US-Analysten: Pessimismus überall - DER SPIEGEL
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US-Analysten Pessimismus überall

Noch vor kurzem hatten die Analysten in den USA eine Kursrallye zum Jahresschluss herbeigeredet. Jetzt erwarten sie nichts Gutes mehr.
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New York - Die Stimmung an den amerikanischen Aktienmärkten ist am Boden. Händlern und Analysten zufolge werden die Anleger dabei weniger von der Zinsentscheidung der US-Notenbank Federal Reserve verunsichert als von der Angst vor einer kommenden Rezession. "Es ist die Mischung aus negativen Unternehmensnachrichten und der Sorge um die Konjunktur, die zum jetzigen Ausverkauf an den Börsen führt", sagte Barry Hyman, Anlagespezialist bei Wheatherly Securities. "Der Hintergrund ist, dass die Investoren jetzt wirklich Sorge um die Einnahmen der Unternehmen haben."

Neue Herabstufungen und Gewinnwarnungen sorgen unterdessen für weitere Verunsicherung. So stufte das Investmenthaus Merill Lynch gleich drei Schwergewichte herab: Cisco, Hewlett Packard und IBM. Belastend wirkten auch die Meldungen der Hightech-Firmen Jabil Circuits und Foundry Networks, dass die bisherigen Gewinn- und Umsatzziele nicht erreicht werden können.

Die schlechten Signale vom Markt werden durch immer schlechtere Konjunkturaussichten verstärkt: Der Chefökonom von Merril Lynch, Bruce Steinberg, hat seine Prognose für das Wachstum der US-Wirtschaft beispielsweise von 3,3 Prozent auf 3 Prozent gesenkt. Bei den Gewinnen der S&P-500-Unternehmen erwartet er statt acht nur noch fünf Prozent Zuwachs. "Wir glauben immer noch, dass keine wirkliche Rezession kommt, aber dass es zumindest eine rauhe Landung geben wird", schrieb er in einem Kommentar.

Besonders stark ist die Flucht der Investoren aus den Technologieaktien. Bret Gallegher, Anlagespezialist von Julius Bär, hat dafür eine einfache Erklärung: "Viele Investoren haben Technologieaktien übergewichtet, weil sie auf die übliche Jahresendrallye setzten. Jetzt schauen sie auf das nächste Jahr, und ich glaube, viele machen lieber jetzt gleich ihren Hausputz."