US-Arbeitsmarkt Wachstum verlangsamt sich überraschend
Washington - So hat sich etwa der Beschäftigungszuwachs in den USA überraschend verlangsamt. Die Zahl der Arbeitsplätze außerhalb der Landwirtschaft kletterte im Juni um 112.000 nach einem revidierten Anstieg um 235.000 im Vormonat, wie das US-Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit einem mehr als doppelt so kräftigen Zuwachs von 250.000 Stellen gerechnet. Die Arbeitslosenquote blieb erwartungsgemäß unverändert bei 5,6 Prozent.
In den vergangenen zehn Monaten sind in der weltgrößten Volkswirtschaft insgesamt zwar rund 1,5 Millionen Stellen geschaffen worden. Dennoch gibt es derzeit aber immer noch etwa 1,5 Millionen weniger Arbeitsplätze als zu Bushs Amtsantritt vor vier Jahren. Die Präsidentenwahl findet Anfang November statt.
Außerdem sank im Juni auch die durchschnittliche Wochenarbeitszeit der US-Arbeitnehmer auf 33,6 Stunden von 33,8 Stunden im Vormonat, was als weiteres Signal für eine schwache Verfassung des Arbeitsmarktes gewertet werden könnte. Zugleich stieg der Stundenlohn um 0,1 Prozent auf 15,65 Dollar.
Die monatlichen Arbeitsmarktdaten sind im Wahljahr auch von hoher politischer Bedeutung. Präsident Bush steht angesichts eines sich abzeichnenden Kopf-an-Kopf-Rennens mit seinem Herausforderer John Kerry unter Druck, den Wählern eine positive Konjunkturbilanz zu präsentieren.
Die US-Aktienmärkte starteten nach Bekanntgabe der Zahlen mit Kursverlusten in den Handel. Der Dow-Jones-Index verlor 0,2 Prozent auf 10.314 Zähler. Die US-Technologiebörse Nasdaq gab 0,3 Prozent auf 2009 Punkte nach, der breiter gefasste S&P-500-Index sank um 0,2 Prozent auf 1126 Zähler. Der Euro reagierte auf die Daten mit kräftigen Kursgewinnen.