US-Autokonzern: Ford bekommt einen neuen Tarifvertrag - DER SPIEGEL
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US-Autokonzern Ford bekommt einen neuen Tarifvertrag

Erfolgreiches Ende eines 40-Stunden-Verhandlungsmarathons: Ford hat sich mit der Gewerkschaft UAW auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt. Wie General Motors und Chrysler kann der US-Autokonzern nun auch seine Arbeitskosten senken und milliardenschwere Krankenversicherungskosten auslagern.
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Detroit/New York - Die noch vorläufige Tarif-Vereinbarung hat eine Laufzeit von vier Jahren, teilten beide Seiten heute nach mehr als 40-stündigen Abschlussverhandlungen in Detroit mit. Der Vertrag gelte für 54.000 Gewerkschaftsmitglieder in den US-Werken des Autobauers. Die Arbeitnehmer müssen der Vereinbarung noch zustimmen.

Die Abmachung sieht wie die kürzlich geschlossenen Verträge bei GM   und Chrysler unter anderem vor, dass die teure Krankenversicherung der Betriebsrentner in einen von der Gewerkschaft verwalteten Fonds eingebracht wird. Zudem werden niedrigere Lohngruppen geschaffen. Alle drei US-Hersteller kämpfen mit massiven Absatzproblemen. Mit den neuen Tarifverträgen wollen sie Kosten sparen und wieder wettbewerbsfähiger werden.

Zum Sanierungsplan zählt bei Ford   auch der Verkauf der Marken Jaguar und Land Rover, für die der US-Konzern laut "Wall Street Journal" verbindliche Gebote von mindestens drei potenziellen Käufern erhalten hat. Ford habe die Arbeitnehmervertreter bei Jaguar und Land Rover für den 20. November zu einem Treffen mit möglichen Käufern eingeladen, berichtet die Zeitung.

Einer der engagiertesten und aussichtsreichsten Kaufinteressenten sei der indische Autobauer Tata Motors, heißt es unter Berufung auf informierte Personen. Tata habe als einziger Autohersteller ein Angebot abgegeben. Geprüft würden zudem Offerten der Finanzinvestoren Ripplewood Holdings (New York) und One Equity Partners, einer Tochter der US-Großbank J.P. Morgan Chase  . Ripplewood arbeitet mit dem früheren Jaguar-Chairman Nick Scheele zusammen, One Equity hat den einstigen Ford-Chef Jacques Nasser an Bord.

Überdies gebe es wohl weitere weniger verbindliche Offerten privater Beteiligungsgesellschaften. Ein Ford-Sprecher sagte der Zeitung, das Unternehmen rechne nach wie vor mit einer Klärung der Zukunft für Jaguar und Land Rover "bis Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres". Tata wollte sich nicht äußern.

Für die beiden Marken arbeiten zusammen rund 16.000 Beschäftigte vor allem in Großbritannien. Auch für die Konzernmarke Volvo   prüft Ford Berichten zufolge bereits seit längerem einen Verkauf.

kaz/dpa