US-Automarkt Chrysler in der Zwickmühle
Detroit - General Motors hat mit seinem neuen Finanzierungsmodell "GM Overdrive" mit Rabatten von 2002 Dollar die Marschrichtung vorgegeben. Das neue Rabattangebot ersetzt das "Keep-America-Rolling"-Programm mit Null-Prozent-Finanzierungen. Während der wichtigste Konkurrent Ford offenbar derzeit nach Alternativen für die ausgelaufene Null-Prozent-Finanzierung sucht, befindet sich Chrysler nun in der Zwickmühle: Entweder man führt die ertragsmindernden Kaufanreize ebenfalls fort und riskiert das Breakeven-Ziel 2002, oder die Incentives werden gestrichen, was einen nachhaltigen Rutsch beim Marktanteil bedeuten würde.
Hinzu kommt, dass neben GM und Ford auch Toyota vor der Tür steht und alles daran setzt, Chrysler auf dem heimischen Markt die Position als drittgrößter Hersteller abzuringen. Die Chancen für die Japaner stehen mit einem ausgereiften Modellprogramm zumindest nicht schlecht. Und dass GM als weitweit größter Automobilhersteller es sich gern etwas kosten lassen wird, die Konkurrenz mit fortgeführten Rabatten "ausbluten" zu lassen, ist in der Branche kein Geheimnis.
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Chrysler-Chef Dieter Zetsche baute denn auch am Sonntag bei der Detroit Motor Show schon einmal vor. Das anvisierte Ziel, 2002 den Breakeven zu erreichen, könne man zurzeit nicht garantieren. Er halte allerdings weiterhin daran fest. Für das Jahr 2001 werden wohl zwischen 2,2 Milliarden und 2,6 Milliarden Euro Verlust in den Büchern stehen.
Auch Ford hat bereits mehrmals seine Gewinnschätzung nach unten korrigiert und erwartet mittlerweile für das vierte Quartal 2001 einen Verlust von 50 Cent je Aktie. Relativ gelassen können da die europäischen Hersteller dem Treiben zusehen. Weder Audi, VW, BMW, Mercedes-Benz und schon gar nicht Porsche wollen und werden ihre Fahrzeuge zu Schleuderpreisen anbieten und haben dies auch nicht nötig. Im vergangenen Jahr konnten alle deutschen Hersteller beim Absatz zulegen. Ob dies allerdings in diesem Jahr auf dem zunehmend schwieriger werdenden US-Markt auch gelingt, stellen Experten nachdrücklich in Frage.