US-Automarkt Chrysler kämpft um Bronze
Detroit - Die "Big Three" aus Detroit dominierten jahrzehntelang den amerikanischen Automarkt. An Ford, General Motors und Chrysler kam keiner vorbei, weder die Japaner noch die Europäer.
Nun ist der Platz von DaimlerChrysler unter den großen Drei aber äußerst gefährdet. Seit Jahren kaufen immer weniger Amerikaner Chrysler-Modelle. Im August diesen Jahres stürzten die Verkäufe um 24 Prozent ab. Bei den Personenkraftwagen wurde ein Rückgang von 9,5 Prozent und bei den Lastkraftwagen von 27,4 Prozent verbucht.
Seit Chrysler 1998 vom Daimler-Benz Konzern übernommen wurde, verliert der Autobauer konstant Marktanteile. Vergangenen November schickte Daimler den ehemaligen Nutzfahrzeugsvorstand Dieter Zetsche nach Detroit, der ein großangelegtes Restrukturierungsprogramm begann.
Dessen Auswirkungen kommen aber möglicherweise zu spät, um den Platz unter den Großen Drei noch zu verteidigen. Im August hat Toyota (10,9 Prozent Marktanteil) nur rund 5000 Autos weniger verkauft als Chrysler (11,3 Prozent Marktanteil), der geringste Abstand in der Geschichte.
Analysten rechnen damit, dass Chrysler den prestigeträchtigen Platz unter den "Big Three" in naher Zukunft abgeben muss. "Es ist wohl unausweichlich, dass dies passiert", sagte Morgan-Stanley-Analyst Stephen J. Girsky der "New York Times". "GM, Ford und Toyota werden künftig die Großen Drei sein." Für Chrysler bliebe nur Platz vier.