US-Automarkt: Mercedes legt zu, BMW verliert - DER SPIEGEL
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US-Automarkt Mercedes legt zu, BMW verliert

In den USA konnten Mercedes, Volkswagen und Audi ihren Absatz steigern. BMW und Porsche mussten hingegen deutlich rückläufige Absatzzahlen hinnehmen - zum Teil gab es einen zweistelligen Rückgang.
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Detroit - Die deutschen Autokonzerne haben auf dem wichtigen nordamerikanischen Markt im August eine gemischte Bilanz erzielt. Mercedes-Benz USA steigerte die Auslieferungen im Vergleich zum August 2005 um 6,9 Prozent auf 20.602 Fahrzeuge. Die amerikanische Chrysler Group (Chrysler, Jeep, Dodge) setzte allerdings mit 179.165 Stück 4,2 Prozent weniger ab als ein Jahr zuvor.

BMW   musste einen Rückgang um elf Prozent auf 25.673 Fahrzeuge hinnehmen. Die Marke BMW sackte um zwölf Prozent auf 22.421 Stück ab, der Mini um elf Prozent auf 3252 Fahrzeuge. Den stärksten Einbruch verzeichnete BMW mit den Geländewagen, deren Absatz um 35 Prozent auf 5368 Stück zurückging. Die Münchner begründeten dies mit der nahenden Einführung des neuen Geländewagens X5.

In den acht Monaten seit Jahresbeginn legte der Absatz beider Konzernmarken insgesamt um drei Prozent auf 206.530 Wagen zu. Dabei wurden mit 179.724 BMW-Autos fünf Prozent mehr verkauft als ein Jahr zuvor. Der Absatz von Minis sank dagegen um acht Prozent auf 28.983 Stück. Seit Jahresbeginn verkaufte BMW 39.474 Geländewagen, 16 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

VW erreicht ein kleines Plus

Volkswagen   legte im August um 1,5 Prozent auf 23.420 Fahrzeuge zu. Als Erfolg wertete der Autobauer vor allem die Verkaufszahlen des erst Anfang Sommer in den Markt eingeführten neuen Golf, von dem VW 1983 Stück absetzte. Bei den beiden wichtigsten VW-Modellen in den USA, Jetta und Passat, gab es im August allerdings Rückschläge.

Vom Jetta wurden insgesamt 9870 Fahrzeuge verkauft (minus vier Prozent). Beim Passat ging es um 12,7 Prozent auf 5205 Fahrzeuge nach unten. Von Januar bis August sind die Verkaufszahlen vom Jetta um fast elf und vom Passat um mehr als 36 Prozent gestiegen. Insgesamt legte VW in den ersten acht Monaten um 14,7 Prozent auf 162.092 Fahrzeuge zu.

Die Volkswagen-Tochter Audi   erhöhte ihre Verkaufszahlen auf dem US-Markt im August um drei Prozent. In Erwartung des neuen TT sanken die Zulassungszahlen im Vergleich zum Vorjahr um 26,2 Prozent auf 149 verkaufte Modelle. Der Golf-Konkurrent A3 wurde 740-mal verkauft, zwei mehr als im Vorjahrsmonat. Beim mit Abstand meistverkauften Modell A4 sank der Absatz um 1,3 Prozent auf 3183 Stück.

Verantwortlich für den Gesamtzuwachs von Audi USA sind die 777 Autos, die vom Q7 verkauft wurden. 6911 Audis wurden in Nordamerika im August 2005 abgesetzt, 7115 im August 2006. Für die ersten acht Monate des Jahres beträgt das Plus 5,4 Prozent - 54.575 Fahrzeuge. Wenig später erklärte Audi, eine Absatzsteigerung in China und Hongkong in den ersten acht Monaten um 71,5 Prozent auf 52.590 Pkw, Bestseller sei in der Region der A6 gewesen.

Ford und GM mit starkem Rückgang

Porsche   verkaufte im August in Nordamerika 2554 Wagen, zwölf Prozent weniger. Zulegen konnte konnten die Boxster-Modelle von 661 auf 827 Stück; darunter 548 Cayman S. Beim Cayenne sanken die Auslieferungen von 1154 auf 735 Fahrzeuge. In den ersten acht Monaten gab es insgesamt einen Zuwachs von elf Prozent auf 25.599 Einheiten.

Der US-Autobauer Ford   setzte im August in den Vereinigten Staaten vor allem wegen des Rückgangs bei Geländewagen (SUV) und Pick-Ups mit 255.112 Fahrzeugen, 11,6 Prozent weniger als ein Jahr zuvor ab.

Der weltgrößte Autobauer General Motors   (GM) lieferte auf seinem Heimatmarkt im August acht Prozent mehr Fahrzeuge als ein Jahr zuvor aus. Der Absatz stieg auf 368.776 Stück. GM verdanke diesen Zuwachs der Markteinführung verschiedener neuer Modelle. Die Marken Chevrolet, GMC, Cadillac, Saab und Buick hätten alle zu dem Absatzplus im August beigetragen, hieß es.

Der schärfste Rivale der Amerikaner, der japanische Autokonzern Toyota  , verkaufte im August in den USA 17 Prozent mehr Fahrzeuge als ein Jahr zuvor. Insgesamt lieferte der Branchenzweite 240.178 Fahrzeuge aus, das bisher höchste August-Ergebnis, wie die Gesellschaft mitteilte. In den ersten acht Monaten setzte Toyota 1,71 Millionen Fahrzeuge ab (plus elf Prozent).

Frankreich: Renault verliert, Citroen legt zu

Renault   hat im August auf dem Heimatmarkt 8,2 Prozent Absatz auf 23.540 Einheiten verloren und damit den Absatzrückgang beschleunigt. Während die Neuzulassungen in Frankreich mit 0,1 Prozent auf 113.969 Einheiten insgesamt im vergangenen Monat leicht zulegten, wurden von der Marke Renault 7,1 Prozent weniger Fahrzeuge verkauft. Der Absatz der rumänischen Billigmarke Logan ging um 27 Prozent auf 1031 Pkw zurück.

Von Januar bis August ging der Verkauf des Renault-Konzerns im Inland um 4,8 Prozent auf 344.612 Einheiten zurück, wie aus Daten des französischen Automobilverbandes hervorgeht. Beim Wettbewerber PSA Peugeot-Citroen   zeigte sich ein etwas günstigeres Bild. Während der Verkauf in Achtmonatssicht um 3,2 Prozent auf 418.578 Fahrzeuge ebenfalls fiel, legte er im August um 6,5 Prozent auf 34.194 zu, wobei die Marke Citroen für 13 Prozent Absatzwachstum und Peugeot für ein Plus von 1,4 Prozent stand.

Der Mangel an neuen Modellen bei Renault und Peugeot ist der Grund für den eher schwachen Absatz. Aber auch insgesamt zeigt sich die französische Automobilkonjunktur eher rückläufig. Von Januar bis August wurden 1,9 Prozent weniger Neuzulassungen registriert als im Vorjahr.

Der Marktanteil ausländischer Hersteller in Frankreich steigt seit Jahren. Im Juli lag er erstmalig über 50 Prozent. Im August verkauften ausländische Hersteller mit 0,4 Prozent allerdings ebenfalls weniger als im Vorjahr - zum ersten Mal in einem Monat des laufenden Jahres.

tim/mm.de