US-Autozulieferer Delphi: Schrumpfkur ohne Beispiel - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

US-Autozulieferer Delphi Schrumpfkur ohne Beispiel

Der US-Automobilzulieferer Delphi nennt es Restrukturierungsprozess. Tatsächlich dürfte das Unternehmen danach nur noch einen Schatten seiner selbst sein. Drei Viertel der Mitarbeiter soll entlassen werden.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Detroit - Dass mit dem Insolvenzverfahren auch Kündigungen ins Haus stehen, damit hatten die Mitarbeiter des größten US-Autozulieferers Delphi   gerechnet. Doch nun kommt es ganz dick: Die Konzernspitze hat bekannt gegeben, sich von mehr rund 73 Prozent seiner Belegschaft trennen zu wollen. Insgesamt werden 21 der 29 Delphi-Werke in den USA dicht gemacht.

Mehr als 20.000 der 27.500 Produktionsmitarbeiter sollen den Konzern zum Jahresende verlassen. Einige bekommen dafür Abfindungen bis zu 140.000 Dollar, andere gehen in den Vorruhestand. Rund 5000 Mitarbeiter wechseln zurück zum früheren Mutterkonzern General Motors.

Die entlassenen Mitarbeiter sollen teilweise durch niedriger bezahlte Kräfte ersetzt werden, sagte ein Delphi-Sprecher.

Delphi hatte vor rund einem Jahr Insolvenz angemeldet. Die Kosten fallen nun auch zurück auf GM und könnten den ohnehin angeschlagenen Konzern hart treffen.

Künftig möchte Delphi die Produktion von Lenkungsteilen, Bremsen und Armaturenbrettern aufgeben. An den verbliebenen acht Standorten sollen nur noch Fahrzeugelektronik, Sicherheitssysteme, Heizungen und Klimaanlagen hergestellt werden. GM ist immer noch der Hauptkunde von Delphi.

bay/dpa