US-Bank Citigroup streicht 17.000 Stellen
New York - Insgesamt betrifft die Sparmaßnahme rund fünf Prozent der weltweit 327.000 Mitarbeiter. Dies kündigte Konzernchef Charles Prince heute in New York an. Für dieses Jahr erwartet der Konzern dadurch Kostenersparnisse von 2,7 Milliarden Dollar. Für 2008 wurden die Einsparungen auf 3,7 Milliarden Dollar und für 2009 auf 4,6 Milliarden Dollar beziffert.
Firmenchef Prince hatte schon im vergangenen Jahr Kostensenkungen angekündigt. Prince steht unter Druck, weil die Kosten zuletzt fast doppelt so stark stiegen als der Umsatz. Zudem stagniert der Aktienkurs der Citigroup . Auch heute gab der Kurs leicht nach. Die Anleger hatten offenbar auf ein noch deutlicheres Sparprogramm gehofft -
zuletzt war Presseberichten zufolge von bis zu 26.000 Arbeitsplätzen die Rede, die in Gefahr seien.Citibank-Sprecher Björn Korschinowski betonte, der geplante Stellenabbau des Mutterkonzerns Citigroup werde "praktisch keine Auswirkungen für das Deutschland-Geschäft haben". Denn in der Bundesrepublik habe das Unternehmen seine Hausaufgaben gemacht und verfüge bereits über eine sehr effiziente Organisation.
Der Sprecher betonte, Deutschland sei nach wie vor ein sehr wichtiger Markt für das Unternehmen. "Wir haben in den vergangenen sechs Jahren über 1.500 Mitarbeiter zusätzlich eingestellt", betonte Korschinowski. Insgesamt beschäftigt die Citygroup in Deutschland 7.300 Mitarbeiter.
In anderen Ländern sieht es für die Mitarbeiter hingegen schlecht aus. Prince hatte angesichts der besseren Kursentwicklung vieler anderer amerikanischer Großbanken und wegen der steigenden Kosten der Citigroup unter starkem Druck der Aktionäre gestanden. Im vergangenen Jahr waren die operativen Kosten der Bank doppelt so schnell wie die Erträge gewachsen. Prince ordnete deshalb vor drei Monaten eine Durchforstung des Geschäfts an. Mit der Ausarbeitung der Kostensenkungspläne hatte er Finanzvorstand Bob Druskin beauftragt.
Unter anderem sollen nun Management-Ebenen beseitigt werden. Außerdem sollen administrative Funktionen im Hauptquartier in New York zusammengefasst und Abteilungen zusammengelegt werden. 9.500 Arbeitsplätze will die Bank in Standorte mit niedrigeren Kosten wie Indien verlagern.
Von dem Stellenabbau dürften außerhalb Nordamerikas mehr Stellen betroffen sein als in den USA, kündigte Druskin an. Hierbei werde die Bank eher auf Entlassungen setzen als auf das bloße Nichtbesetzen freiwerdender Stellen. Trotz der geplanten Stellenstreichungen werde die Mitarbeiterzahl aber auch 2007 insgesamt weiter steigen, hieß es. Gegenüber früheren Jahren werde sich das Wachstum aber verlangsamen.
Die nachlassende US-Konjunktur und Kreditprobleme einkommensschwacher Amerikaner erschweren das Geschäft vieler amerikanischer Banken. Nach Ansicht von Bankenfachleuten sind auch bei anderen Kreditinstituten harte Sparmaßnahmen zu erwarten.
wal/dpa-AFX/AP