US-Bilanzeid: Porsche-Chef will nicht schwören - DER SPIEGEL
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US-Bilanzeid Porsche-Chef will nicht schwören

Der Autobauer Porsche hat seine Pläne für eine Notierung an der New Yorker Börse auf Eis gelegt. Vorstandschef Wendelin Wiedeking hält einen Bilanzeid, wie er nun gefordert wird, für "unmöglich".
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Leipzig - Es sei Unsinn, wenn ein Firmenchef eine Bilanz vereidige, an der tausende Mitarbeiter mitgewirkt hätten, sagte Wiedeking am Rande der feierlichen Eröffnung des neuen Porsche-Werkes in Leipzig. Das Vorhaben, mit der Porsche-Aktie   auch an der New York Stock Exchange (NYSE) vertreten zu sein, ist laut Porsche-Sprecher Manfred Ayasse vorerst gestoppt. "Wir warten ab mit unserer Entscheidung, wir machen das davon abhängig, wie sich die US-Börsenaufsicht SEC weiter verhält," sagte Ayasse gegenüber SPIEGEL ONLINE.

Wiedeking hatte mit der Möglichkeit einer Notierung an der NSYE kokettiert, nachdem die Porsche-Vorzugsaktie zu Jahresbeginn aus dem MDax verbannt worden war. Porsche hatte sich zuvor trotz des Drängens der Deutschen Börse mehrfach geweigert, Quartalsberichte zu veröffentlichen.

Am Frankfurter Aktienmarkt fiel das Papier des Autoherstellers bis zum Nachmittag um 2,64 Prozent auf 485,81 Euro. "Dass Porsche nun offenbar die Pläne erst einmal auf Eis legt, drückt heute den Kurs der Aktie", sagte ein Händler. Dennoch bewertet er die Kursschwäche als "ideale Kaufgelegenheit".

Porsche-Chef Wiedeking hat am Dienstag in Leipzig die Serienproduktion des Geländewagens Cayenne gestartet. "Wir wollen damit angesichts der dramatischen Ereignisse ein Signal für den Aufbruch geben", sagte er zur feierlichen Eröffnung des Werkes. "Das ist ein Leuchtturm, den die Menschen in diesen Zeiten brauchen", sagte Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD), der symbolisch die letzte Schraube am ersten Cayenne anzog.

In dem neuen Porschewerk sollen jährlich mindestens 25.000 Exemplare des sportlichen Geländewagens vom Band rollen. Mehr als 100.000 Interessenten aus aller Welt haben laut Wiedeking bereits ihre Kaufabsicht für den Cayenne bekundet. Der Porsche-Chef verwies darüber hinaus auf die Anfang Juli getroffene Entscheidung, von der zweiten Jahreshälfte 2003 an auch den künftigen Hochleistungs-Sportwagen Carrera Gt in Leipzig zu bauen. Zu den bereits vorhandenen 300 Arbeitsplätzen kämen dann 70 weitere hinzu. Porsche hat 127 Millionen Euro in das Werk investiert. Am Abend zuvor hatte der Autohersteller zwei Millionen Euro für die Opfer der Hochwasserkatastrophe gespendet.