US-Börsen: Greenspan lässt die Händler hoffen - DER SPIEGEL
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US-Börsen Greenspan lässt die Händler hoffen

Die US-Notenbank Fed glaubt an die Gesundung der US-Wirtschaft und hat damit eine kleine Rallye an der Wall Street ausgelöst. Da störte es die Broker auch nicht, dass die Fed die Zinsen nicht weiter senkte.
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New York - Die amerikanische Notenbank hat, wie erwartet, den wichtigsten Leitzins am Ende ihres zweitägigen Treffen in Washington bei 1,75 Prozent belassen. Sie hatte die Tagesgeldzinsen zuvor seit dem 3. Januar 2001 in elf Schritten auf das niedrigste Zinsniveau seit rund 40 Jahren gedrückt.

In einer schriftlichen Mitteilung der Fed hieß es, die Konsumnachfrage belebe sich. "Die Aussichten für eine wirtschaftliche Erholung sind viel versprechender geworden". Die wachstumshemmenden Einflüsse nähmen ab, heißt es weiter, die langfristigen Perspektiven für einen Zuwachs an Produktivität hätten sich verbessert. Es gebe aber weiter Potenzial für einen Rückschlag, wenn die Ausgaben der Privathaushalte wieder sinken würden.

Zinserhöhung im Sommer?

Der Dow-Jones-Index stieg um 144,62 Zähler oder 1,50 Prozent auf 9762,86 Punkte. Der Nasdaq-Index legte um 20,45 Zähler oder 1,08 Prozent auf 1913,44 Punkte zu. Der S&P 500-Index festigte sich um 12,93 Punkte oder 1,17 Prozent auf 1113,57 Punkte. Es wurden an der New Yorker Börse bei lebhaftem Geschäft rund zwei Milliarden Aktien umgesetzt. Es gab 1846 Gewinner und 1216 Verlierer.

In der Wall Street rechnen Analysten und Anleger damit, dass die Notenbank frühestens im Sommer die Leitzinsen erhöhen wird, falls sich die US-Konjunktur bis dahin tatsächlich etwas erholen sollte.

Telefon-Werte leiden erneut

AOL Time Warner-Aktien gaben nach der Vorlage der Geschäftsergebnisse nach. Der Mischkonzern Tycon konnte sich nach seinem Vortagseinbruch kräftig erholen. Philip Morris bekommt einen neuen Konzernchef und legte ebenfalls seine Quartalsergebnisse vor. Die Aktien gaben leicht nach.

Einzelhandelswerte wie Wal-Mart waren gesucht. Das galt auch für die meisten Technologie- und Verkehrswerte. Der Telekomriese AT&T fiel nach Vorlage seiner Quartalsresultate. IBM legten hingegen zu.

Kursverfall bei Renten

Die US-Aktienmärkte waren auch über den überraschenden Anstieg des Bruttoinlandsprodukts im Schlussquartal 2001 um 0,2 Prozent erfreut. Der amerikanische Präsident George Bush ist sich aber nicht sicher, ob die US-Wirtschaft tatsächlich schon auf dem Weg zur Besserung ist. Er verlangte deshalb vom Kongress eine Verabschiedung seines Wirtschaftsprogramms.

30-jährige US-Staatsanleihen fielen um zwei Drittel Punkte. Die Rendite stieg auf 5,43 Prozent. Der Euro notierte mit 0,86160 Dollar gegenüber 0,86590 Dollar am Vortag.