US-Börsen: Turbulenter Sommer erwartet - DER SPIEGEL
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US-Börsen Turbulenter Sommer erwartet

Die Frühlingsgefühle können Dow Jones und Nasdaq bald vergessen. Nach dem erholsamen Lenz folgt ein ungemütlicher Sommer, warnen Experten.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

New York - Seit Anfang April sind die amerikanischen Börsen wieder im Aufwind: Die Industriewerte im Dow Jones legten 16 Prozent zu, die Hightechbörse Nasdaq sogar um 37 Prozent. Doch schlechte Nachrichten vom Arbeitsmarkt oder aus den Unternehmen könnten die Börsen wieder abwärts schicken, prophezeit das "Wall Street Journal".

Erfahrungsgemäß werden von einer erneuten Baisse in den USA auch die deutschen Börsen in Mitleidenschaft gezogen. Wenn die Nasdaq hustet, bekommt der Neue Markt eine Grippe - ganz egal, wie gut die deutschen Unternehmen selbst dastehen.

Jetzt heißt es, die US-Arbeitslosenzahlen genau zu beobachten. "Wenn wir im Sommer noch ein oder zwei schlechte Monatsberichte bekommen, wird sich die Wirtschaft wohl erst im nächsten Jahr erholen", zitiert die Zeitung James Paulsen von Wells Capital Management.

Normalerweise achten Investoren nicht auf Jobstatistiken, denn diese sind rückwärts gewandt. Doch in diesem Sommer könnten steigende Arbeitslosenzahlen die Angst schüren, dass die Verbraucher weniger Geld ausgeben. Und der private Konsum ist in den USA Hauptantriebsfeder des Wirtschaftswachstums.

Die Quartalszahlen für die Monate April bis Juni werden ebenfalls eine große Rolle spielen. Anleger sollten besonders auf die Hightechs IBM, Cisco und Intel achten, empfiehlt Paulsen. Als Leithammel unter den konjunkturabhängigen Industriewerten sieht er Alcoa, International Paper und Caterpillar. Viel wird davon abhängen, wie schnell die Unternehmen wieder mit guten Geschäften rechnen.

Die mageren Aussichten für den Sommer haben auch ihr Gutes. Wenn die Aktienmärkte schwach bleiben und die US-Notenbank weiter die Zinsen senkt, "dann haben wir eine prima Grundlage für eine Rallye im Herbst", sagt Paulsen.