US-Computerfirmen: IBM und Apple trotzen der Krise - DER SPIEGEL
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US-Computerfirmen IBM und Apple trotzen der Krise

Von Gewinneinbruch keine Spur. IBM erfüllt die Erwartungen der Analysten, Apple liegt sogar weit darüber.
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New York - Der weltgrößte Computerkonzern IBM präsentiert sich im ersten Quartal 2001 als kerngesundes Unternehmen. Der Gewinn stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um 15 Prozent auf 1,75 Milliarden Dollar, teilte das Unternehmen am Mittwoch nach US-Börsenschluss mit. Wall Street-Analysten hatten ebenfalls mit einem Gewinn in dieser Höhe gerechnet. Auch beim Umsatz konnte der Computerriese deutlich zulegen, und zwar um neun Prozent auf rund 21 Milliarden Dollar. Ausblickend hieß es, zwar werde auch IBM Ausgabenkürzungen bei seinen Kunden zu spüren bekommen. Das Unternehmen erwarte aber, seine Gewinn- und Umsatzziele für 2001 zu erreichen.

Optimistischer Blick in die Zukunft

Gegenüber breiten Ausgabenkürzungen auf der Kundenseite sei auch IBM nicht immun, sagte IBM-Chef Louis Gerstner in einer Unternehmensmitteilung. Ausgehend von den jüngsten Ergebnissen werde IBM aber unabhängig von der weiteren Marktentwicklung voraussichtlich seine Konkurrenten abhängen, kündigte Gerstner an.

"Ausgehend von unseren Ergebnissen und nach allem, was wir heute über das kommende Jahr wissen, bleiben wir auf dem Weg zu Ihren Konsensusschätzungen für den Gewinn je Aktie für 2001," sagte IBM-Finanzchef John Joyce in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Wall Street Experten erwarten derzeit im Schnitt für 2001 einen Gewinn je Aktie von 4,87 Dollar. Im Vorjahr hatte IBM je Aktie 4,44 Dollar erwirtschaftet. Joyce fügte hinzu, Analysten und Investoren könnten bei IBM weiterhin mit einem hohen einstelligen Umsatzwachstum rechnen.

IBM als Indikator für den Technologie-Markt

Nach Einschätzung von Branchenexperten ist der Ausblick des Computerkonzerns ein Indikator dafür, wie sich die Unternehmen des Technologiesektors und der Aktienmarkt insgesamt im Jahr weiter entwickeln werden. Investoren sehen IBM derzeit auf Grund seines weiten Produktspektrums, das von Mikrochips bis hin zu Supercomputern reicht, als einen eher sicheren Hafen in der Technologiebranche an.

"Durch die Bank weg zieht jeder zurzeit die Zügel an, das ist sicherlich positiv", sagte Rob Schafer, Analyst bei der Meta Group zum Ausblick des Konzerns. Nach Einschätzung von John Jones, Analyst bei Salomon Smith Barney ist vor allem die Fähigkeit, mit großen und komplexen Projekten zurecht zu kommen, eine Stärke des Konzerns.

In Europa sieht IBM-Finanzchef Joyce nach eigenen Angaben derzeit keine Abschwächung für IBM heraufziehen. Der US-Markt bleibe für das Unternehmen aber wechselhaft und unsicher. Es sei zudem wahrscheinlich, dass auch andere Regionen dieses weltweiten Marktes einige der gleichen Belastungen spüren werden, sagte Joyce.

Die IBM-Aktie legte nach Börsenschluss weiter auf Kurse um die 110 Dollar zu. Zuvor war der Titel noch mit einem Kursgewinn von 6,8 Prozent auf 106,50 Dollar aus dem US-Handel gegangen. Im laufenden Jahr hatte die IBM-Aktie in ihrer Kursentwicklung bislang um gut 30 Prozent besser abgeschnitten als der breit gefächerte S&P 500 Index.

Apple über den Erwartungen

Konkurrent Apple hatte ebenfalls nur Gutes zu berichten. Im zweiten Quartal seines Geschäftsjahres 2000/2001 wurden wieder Gewinne erwirtschaftet, und diese lagen weit über den Schätzungen der Analysten. Nach Unternehmensangaben verdiente das Unternehmen im Quartal etwa 40 Millionen Dollar oder elf Cents je Aktie. Wall Street-Experten hatten im Vorfeld im Schnitt mit einem Gewinn je Aktie von einem Cents gerechnet. Die Schätzungen lagen zwischen einem Verlust von acht und einem Gewinn von sieben Cent. Beim Umsatz blieb Apple mit 1,43 Milliarden Dollar im Rahmen der eigenen Prognosen.

Neue Produkte brachten die Wende

"Es war ein großartiges Quartal mit neuen Produkten" erklärte Apple-Chef Steve Jobs in einer Unternehmensmitteilung. Apple hatte nach eigenen Angaben im abgelaufenen Quartal unter anderem sein neues ultradünnes Titanium-Notebook auf den Markt gebracht sowie ein neues Macintosh-Betriebssystem. Im vorangegangenen Quartal hatte Apple noch einen Nettoverlust von 247 Millionen Dollar oder 73 Cents je Aktie verbucht und zugleich für das nun abgelaufene zweite Quartal eine Rückkehr in die Gewinnzone angekündigt.

Für die kommenden beiden Quartale geht Apple nunmehr von Umsätzen zwischen 3,2 und 3,4 Milliarden Dollar aus. Bei Erlös und Gewinn werde es in den beiden Quartalen zum Ende Juni und Ende September Verbesserungen geben, kündigte das Unternehmen an.

Die Apple-Aktie konnte im bisherigen Jahresverlauf gut 60 Prozent zulegen. Damit schlug der Wert den Technology Hardware Index der American Stock Exchange um etwa 40 Prozent. Vor Bekanntgabe der Quartalszahlen schlossen Apple am Mittwoch an der US-Technologiebörse Nasdaq mit einem Kursgewinn von 11,72 Prozent auf 22,79 Dollar.