US-Einzelhandel Kmart muss Konkurs
New York Wie das Unternehmen am Dienstag an seinem Sitz in Troy (Bundesstaat Michigan) mitteilte, beantragte es Gläubigerschutz gemäß "Chapter 11" des US-Konkursrechts. Außerdem sei ein Finanzierungsplan über zwei Milliarden US-Dollar beschlossen worden, mit dem die Geschäfte während eines Konzernumbaus weitergeführt werden sollen.
Unter "Chapter 11" kann ein Unternehmen die Zahlungen an seine Gläubiger aussetzen, um einen Restrukturierungsplan umzusetzen, der es ermöglicht, die Schulden zu einem späteren Zeitpunkt zurückzuzahlen. K-Mart plant, den Gläubigerschutz für etwa ein Jahr in Anspruch zu nehmen.
Analysten rechnen damit, dass Kmart zwischen 250 und 500 Supermärkte schließen wird. Der Konzern hat insgesamt 2100 Filialen in den USA und ist damit der zweitgrößte Einzelhändler hinter Wal-Mart mit US-weit rund 2700 Filialen.
Großhändler stellen ihre Lieferungen ein
Am Montag hatte der Lebensmittelgroßhändler Fleming seine Lieferungen an Kmart eingestellt. Nach Angaben von Fleming war Kmart zuvor seinen wöchentlichen Zahlungsverpflichtungen nicht nachgekommen. Auch ein Gartengerätehersteller kappte seine Kmart-Verbindungen. Analysten gingen davon aus, dass weitere Lieferanten diesen Beispielen folgen werden.
Bereits in der vergangenen Woche hatte Kmart mitgeteilt, mit den Banken über eine Finanzspritze zu verhandeln und außerdem eine Gewinnwarnung herausgegeben. Der Kmart-Aktienkurs war daraufhin auf den niedrigsten Stand seit 30 Jahren gefallen. Bis zum Ende der Woche erholte er sich leicht und lag bei Börsenschluss am Freitag bei 1,74 Dollar. Ratingagenturen stuften die Kreditwürdigkeit des Konzerns erneut herab.
Kmart steckt bereits seit längerem in Schwierigkeiten und kämpft mit einem verbesserten Warenangebot und Schnäppchen um neue Kunden.