US-Einzelhandel Massenentlassungen bei Kmart
Troy - Nach den Angaben von Kmart-Chef Charles C. Conway werden 284 Geschäfte in 40 US-Bundesstaaten und Puerto Rico geschlossen, die nicht die finanziellen Anforderungen erfüllen. Die Konzernleitung bezifferte die Sonderbelastungen auf Grund der Geschäftsschließungen und Massenentlassungen auf bis zu 1,3 Milliarden Dollar (rund 1,5 Milliarden Euro). Der operative Gewinn soll durch diese Maßnahme jährlich um 31 Millionen Dollar steigen. Kmart will im Zuge der Schließungsaktion außerdem Inventar im Wert von mehr als einer Milliarde Dollar verkaufen.
Der Einzelhandelskonzern beschäftigt zurzeit rund eine viertel Million Mitarbeiter in mehr als 2100 Geschäften. Wegen finanzieller Schwierigkeiten hatte Kmart im Januar temporären Gläubigerschutz beantragt. Das Unternehmen will sich unter Aufsicht eines Konkursrichters sanieren. Kmart leidet unter erfolgreicheren Discountern wie Wal-Mart und Target, die dem Unternehmen Kunden abgenommen haben.
Bei einem Jahresumsatz von 37 Milliarden Dollar wies Kmart für 2001 einen Jahresfehlbetrag von 198 Millionen Dollar aus. Grund für den rapiden Niedergang (2000 hatte Kmart noch einen Gewinn von 683 Millionen Dollar gemeldet) sind Experten zufolge Managementfehler des Teams um Conway. Kmart scheiterte in einem Preiskrieg gegen den übermächtigen Konkurrenten Wal-Mart und auch die Rechnung, den Branchenprimus mit dem Bau von Supercentern zu übertrumpfen, ging nicht auf.