US-Einzelhandel Wal-Mart spart sich durch die Krise
San Francisco - Die Wirtschaftskrise kann dem weltgrößten Einzelhändler Wal-Mart wenig anhaben. Der Konzern verdiente im zweiten Quartal etwa genauso viel wie im Vorjahreszeitraum. Dennoch kündigte Wal-Mart an, seinen Sparkurs zu verschärfen. So will das US-Unternehmen erreichen, dass der Gewinn im Gesamtjahr am oberen Ende der bisherigen Prognose liegt.
Der Gesamtumsatz schrumpfte im abgelaufenen Vierteljahr um 1,4 Prozent auf 100,9 Milliarden Dollar, wie der Konzern am Donnerstag am Sitz in Bentonville mitteilte. Negativ wirkte sich erneut der starke Dollar aus, wovon besonders das Auslandsgeschäft betroffen ist. Wal-Mart erwirtschaftet fast ein Viertel seines Umsatzes außerhalb der USA. Zudem lag die Messlatte aus dem Vorjahr sehr hoch. Damals hatte die US-Regierung Gutscheine an die Bürger ausgegeben, um den Konsum anzukurbeln.
Jüngst sei das Marktumfeld allerdings noch schwieriger gewesen als erwartet, hieß es. Konzernchef Mike Duke kündigte deshalb an: "Wir beschleunigen unsere Konzentration auf Kosteneinsparungen." Die Menschen seien disziplinierter bei ihren Ausgaben. Wal-Mart sei aber weiterhin in der Lage, neue Kunden anzulocken, sagte Duke.
Die Umsatz- und Gewinnzahlen des Konzerns, in dessen 4000 US-Filialen pro Woche mehrere Millionen Menschen einkaufen, gelten als wichtiger Indikator für die Konjunktur. In der tiefsten Rezession seit Jahrzehnten haben auch die kauffreudigen US-Bürger ihre Ausgaben reduziert und wegen der wachsenden Angst vor einem Jobverlust nur das Nötigste besorgt. Der Discounter konnte sich aber gegenüber seinen Konkurrenten behaupten und profitierte vom Sparzwang der Verbraucher.