US-Fluggesellschaften Continental bricht Gespräche mit United Airlines ab
New York - Die viertgrößte amerikanische Airline Continental will vorerst ohne Partner weiterfliegen. Verhandlungen über einen Zusammenschluss mit United Airlines hat das Unternehmen beendet. Stattdessen mehren sich nun Anzeichen für eine Fusion zwischen den Lufthansa-Partnern United Airlines und US Airways.
Auslöser der fieberhaften Gespräche war die vor knapp zwei Wochen angekündigte Fusion von Delta und Northwest Airlines zur weltgrößten Fluggesellschaft nach Passagierzahlen.
Continental hatte laut früheren Berichten intensiv mit United verhandelt, der derzeitigen Nummer zwei in den USA. Die Risiken einer Fusion würden aber potentielle Vorteile zurzeit überwiegen, teilte Continental am Sonntag mit. In einem Schreiben an die Mitarbeiter erklärte die Continental-Führung, derzeit keine Fusion mit einer anderen Fluggesellschaft anzustreben.
"Wir haben bedeutende kulturelle, operative und finanzielle Stärken im Vergleich zum Rest der Branche, und wir wollen diese Stärken erhalten und ausbauen", erklärten Vorstandschef Larry Kellner und Vizepräsident Jeff Smisek. "Wir glauben, dass diese Stärken aufs Spiel gesetzt würden, wenn wir eine Fusion mit einer anderen Fluggesellschaft unter den gegenwärtigen Bedingungen eingehen würden."
United hatte erst vergangene Woche einen massiven Quartalsverlust von 537 Millionen Dollar vermeldet. Zwar flog auch Continental - wie alle großen US-Fluggesellschaften - zum Jahresauftakt im Minus, aber im Vergleich lediglich mit 85 Millionen Dollar. Nach Angaben aus Luftfahrtskreisen war Continental das finanzielle Risiko bei United zu groß.
Die großen amerikanischen Fluglinien leiden schwer unter rekordhohen Spritkosten, der US-Konjunkturkrise sowie Überkapazitäten. Bereits seit längerem redet praktisch jeder mit jedem. Auch über finanzielle Beteiligungen europäischer Wettbewerber wie der Lufthansa , Air France-KLM oder British Airways wird immer wieder spekuliert. Die Europäer beobachten mit Argusaugen die Umwälzungen unter ihren US-Partnern, mit denen sie über internationale Bündnisse wie die Star Alliance kooperieren.
Auch der bisherige Branchenführer American Airlines soll Allianzen ausloten. Allerdings müsste die Gesellschaft bei jedem Bündnis mit sehr intensiven Prüfungen durch die Wettbewerbshüter rechnen. Alle fusionswilligen Anbieter streben mögliche Zusammenschlüsse noch vor dem US-Regierungswechsel im nächsten Jahr an, um die Genehmigung nicht zusätzlich zu verzögern oder zu erschweren.
kaz/dpa-AFX/Reuters