US-Fluglinien: American droht mit eigenem Konkurs - DER SPIEGEL
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US-Fluglinien American droht mit eigenem Konkurs

Zwei Konkurrenten sind bereits insolvent, nun fliegt auch die größte Fluglinie der USA und der Welt auf den Bankrott zu: Allein 2003 muss American Airlines Kosten in Milliardenhöhe sparen, um den Finanz-Kollaps zu vermeiden.
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Fort Worth - Die weltgrößte Fluggesellschaft forderte am Dienstag ihre Mitarbeiter auf, Lohn- und Entgeltkürzungen in Höhe von 1,8 Milliarden Dollar jährlich zu akzeptieren. Zugleich sollen in den nächsten zwei Monaten 910 Mitarbeiter ihre Stelle verlieren.

Don Carty, Chef der American-Holding AMR, schrieb an die Führer der Gewerkschaften, "dass die Zukunft von American nicht gesichert ist". Akzeptieren die Mitarbeiter die Forderungen nicht, könnte American noch in diesem Jahr dem Lufthansa-Partner United und dem Regionalflieger US Airways in die Pleite folgen.

Vor allem die Piloten sollen sparen

Insgesamt sollen vier Milliarden Dollar eingespart werden, um den Antrag auf Gläubigerschutz nach Chapter 11 des US-Konkursrechtes zu vermeiden. Im vergangenen Jahr hatte die American-Holding AMR einen Verlust von 3,5 Milliarden Dollar geschrieben, so viel wie keine andere Fluglinie zuvor. Jeden Tag verliert American fünf bis sechs Millionen Dollar.

Löhne und Gehälter machten voriges Jahr 8,39 Milliarden Dollar oder 41 Prozent der gesamten Betriebskosten aus. Die geforderten Einschnitte würden vor allem die Piloten betreffen, sie sollen auf 660 Millionen Dollar verzichten. Beim Kabinenpersonal will American 340 Millionen Dollar einsparen, beim Management 100 Millionen.

Der Fluggast ist mal wieder der Dumme

Beim Lufthansa-Partner United sind die Verluste trotz aller Sanierungsbemühungen im vierten Quartal deutlich gestiegen. Wie die Muttergesellschaft UAL Ende vergangener Woche mitteilte, sei es nicht gelungen, die Kosten den geringeren Umsätzen anzupassen. Der Verlust bei der weltweit zweitgrößten Airline stieg damit auf 1,47 Milliarden Dollar, nach über 308 Millionen in der Vorjahresperiode.

Angesichts der Finanz-Misere haben fast alle US-Airlines höhere Tarife für Leistungen eingeführt, die seit Jahren recht preiswert zu haben waren. So werden jetzt vielfach zwischen 40 und 80 Dollar berechnet, wenn ein Fluggast mehr als zwei Gepäckstücke aufgibt. Auch Übergewicht der Gepäckstücke kostet häufig eine höhere Strafgebühr als früher. Bei Alaska Airlines soll der Straftarif gar um 25 Prozent steigen. Mitarbeiter, die besonders solche Zusatzgebühren erfolgreich eintreiben, erhalten von Alaska einen Bonus von bis zu 1000 Dollar monatlich.