US-Geschäft Pentagon-Ermittler durchsuchen Siemens-Büros
Washington - Einmal mehr gerät Siemens ins Visier der Behörden: Fahnder des US-Verteidigungsministeriums haben am Mittwoch den amerikanischen Hauptsitz einer Siemens-Tochter durchsucht. Hintergrund der Ermittlungen bei Siemens Medical Solutions USA seien Untersuchungen im Zusammenhang mit einem Auftrag des US-Militärs, sagte Konzernsprecher Lance Longwell.
Siemens kooperiere bei den Ermittlungen in Malvern bei Philadelphia und habe die Angestellten in der Nähe der durchsuchten Büros bis Donnerstag nach Hause geschickt. Der Sprecher sagte nicht, um welchen Auftrag es geht. Die Razzia habe am Mittwochmorgen begonnen und am Nachmittag noch angedauert, sagte der verantwortliche Ermittler Ed Bradley. Es liege ein Durchsuchungsbefehl vor.
Siemens Medical Solutions USA bietet medizintechnische Produkte und Dienstleistungen an und hatte Anfang April einen Großauftrag des Pentagon im Wert von 267 Millionen Dollar erhalten. Das US-Verteidigungsministerium erklärte damals, das Unternehmen werde Röntgensysteme und damit verknüpfte Anlagen liefern. Die Systeme sind demnach unter anderem für Heer, Marine, Luftwaffe und Marine-Infanterie gedacht. Siemens Medical hat bereits zuvor Aufträge der US-Regierung erhalten, darunter die Lieferung von Geräten für die Streitkräfte im Wert von 30 Millionen Dollar im Februar 2007.
Der Münchner Mutterkonzern hatte in den vergangenen Jahren mit dem größten Korruptionsskandal der deutschen Wirtschaftsgeschichte Schlagzeilen gemacht. Von 1999 bis 2006 flossen bei Siemens rund 1,3 Milliarden Euro in dunkle Kanäle.