US-Großbank JP Morgan fährt Milliardengewinn ein
New York - Der US-Finanzkonzern JP Morgan Chase strahlt ein weiteres Mal in der Finanzkrise. Während der Großteil der Branche unter den Folgen leidet, weist die Bank einen weiteren Milliardengewinn aus. JP Morgan hat damit seit Beginn der Finanzkrise kein Quartal mit einem Minus abgeschlossen.
Im zweiten Quartal fuhr die Bank einen Nettogewinn von 2,72 Milliarden Dollar (1,9 Milliarden Euro) ein, wie JP Morgan am Donnerstag in New York mitteilte. Die Nettoeinnahmen stiegen um 41 Prozent auf 27,71 Milliarden Dollar. Damit verdiente der Konzern deutlich mehr, als Experten erwartet hatten. Je Aktie belief sich das Ergebnis auf 0,28 Dollar, Analysten hatten im Schnitt mit einem Gewinn je Aktie von 0,04 Dollar gerechnet.
JP Morgan schlug sich in der Krise durchweg besser als der große Rest der Branche. Gerade erst gab die Bank 25 Milliarden Dollar an Staatshilfen zurück. Ihren jüngsten Gewinn erzielte sie trotz einer Dividendenzahlung von 1,1 Milliarden Dollar an den Staat für das Darlehen.
Die Märkte reagierten freundlich auf die Zahlen von JP Morgan. Die S&P-500- und Nasdaq-Futures drehten nach der Vorlage ins Plus. Auch der deutsche Leitindex Dax weitete seine Kursgewinne aus und lag gut ein Prozent im Plus bei 4978 Punkten. Finanztitel zogen an, die Aktien der Deutschen Bank notierten ein halbes Prozent höher.
JP Morgan ist bereits die zweite US-Bank, die trotz der Wirtschaftskrise unerwartet gute Zahlen vorlegt. Am Dienstag hatte Goldman Sachs mitgeteilt, im zweiten Quartal unterm Strich 2,7 Milliarden Dollar (1,9 Milliarden Euro) verdient zu haben. Goldman hatte sich schon in den vergangenen Krisenmonaten besser geschlagen als der große Rest der Branche. Doch mit dem ausgewiesenen Gewinn, dem höchsten seit den Spitzenwerten der Bank im Rekordjahr 2007, hatten selbst optimistische Beobachter nicht gerechnet. Allerdings nähren die positive Zahlen aus der Finanzbranche auch die Sorge, dass Manager nicht viel aus den Fehlern der Finanzkrise gelernt haben.