US-Hypothekengiganten Greenspan warnt vor Finanzkrise
Washington - Greenspan rief den amerikanischen Kongress am Dienstag dazu auf, eine Verschuldungsobergrenze für die beiden in öffentlichem Besitz befindlichen Finanzinstitutionen ins Visier zu nehmen. Die beiden Institutionen, den Amerikaner als "Fannie" und "Freddie" bekannt, gehören nach Greenspans Worten inzwischen zu den größten Banken der USA.
Der Federal National Mortgage Association (FNMA oder Fannie Mae) und die Federal Home Loan Mortgage Corp. (FHLM oder Freddie Mac) bündeln Hypotheken für private Eigenheime in handelbare Wertpapiere und verkaufen diese dann an internationale Investoren weiter. Damit erfüllen sie einen staatlichen Auftrag zur Erleichterung der Eigenheimfinanzierung.
In der Folge genießen Fannie und Freddie eine de facto Gewährträgerhaftung des amerikanischen Staates. Weil von ihnen begebene Anleihen und Schuldpapiere staatlich abgesichert sind, können die Hypothekenriesen am Kapitalmarkt besonders preiswert Geld einwerben - und verdienen ausgezeichnet an dem Zinsvorteil.
Fannie und Freddie stehen laut Greenspan inzwischen hinter einer Summe von vier Billionen Dollar an Privat-Hypotheken und damit hinter rund drei Viertel aller derartigen Darlehen.
Beide hätten zwar die finanziellen Risiken bislang gut bewältigt. Die Gefahren würden aber ansteigen, wenn es Fannie und Freddie erlaubt werde, ihre Schulden noch weiter ungezügelt wachsen zu lassen. Der Kongress solle deshalb "eher früher als später" handeln, sagte der Notenbankchef.
Freddie Mac war im Frühsommer 2003 wegen Ungereimtheiten in den Bilanzen der Jahre 2000 bis 2002 ins Visier der US-Aufsichtsbehörden geraten und wird seither von diesen geprüft. Das Unternehmen räumte ein, die Gewinne in den vergangenen Jahren um mehr als fünf Milliarden Dollar zu niedrig ausgewiesen zu haben.