Folge von Trumps Handelskrieg Stimmung in der US-Industrie so schlecht wie zur Zeit der Finanzkrise
Trucks in der Nähe der Häfen von Long Beach und Los Angeles
Foto: David McNew / Getty ImagesDie Stimmung in der US-amerikanischen Industrie hat ihre Talfahrt der vergangenen Monate fortgesetzt und ist auf den tiefsten Stand seit mehr als zehn Jahren gefallen. Der sogenannte Einkaufsmanagerindex ISM sank im September auf 47,8 Punkte nach 49,1 Zählern im Vormonat, teilte das Institute for Supply Management (ISM) mit. Das ist der niedrigste Wert seit Juni 2009, als die USA unter den verheerenden Folgen der Finanzkrise litten.
Der ISM-Index gilt als zuverlässiger Frühindikator für die wirtschaftliche Aktivität in den USA. Zwar erwirtschaftet die amerikanische Industrie einen wesentlich kleineren Teil als der deutlich größere Dienstleistungssektor. Allerdings hängt das Geschäft vieler Dienstleister vom Zustand der Industrie ab.
Volkswirte hatten für September eigentlich mit einer leichten Verbesserung auf 50,0 Punkte gerechnet. Ab diesem Wert signalisiert der ISM-Index Wachstum. Dass die jüngsten Umfrageergebnisse in die entgegengesetzte Richtung zeigen, kann als Zeichen dafür gewertet werden, dass der Industriesektor schrumpft. Als mögliche Ursache sehen Experten den Handelskonflikt zwischen den USA und China.
Die schlechte Stimmung in der Industrie könnte auch für US-Präsident Donald Trump ein Problem werden. Für seine angestrebte Wiederwahl im November 2020 dürfte die Wirtschaftsentwicklung ein entscheidender Faktor sein. Bei der vergangenen Wahl im Jahr 2016 hatten auch viele enttäuschte Arbeiter mit niedrigen Bildungsabschlüssen für ihn gestimmt.