US-Konjunktur: Greenspan treibt US-Börsen an - DER SPIEGEL
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US-Konjunktur Greenspan treibt US-Börsen an

US-Notenbankchef Alan Greenspan hat mit einer für ihn ungewöhnlich optimistischen Einschätzung der Wachstumsaussichten der US-Wirtschaft am Donnerstag einen Kurssprung an der Börse ausgelöst.
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Washington - Der Dow-Jones-Index legte in den Minuten nach Veröffentlichung des Redetextes mehr als 100 Punkte oder gut ein Prozent zu, gab dann im Handelsverlauf wieder ein wenig nach und notierte gegen 18.30 Uhr bei 9810 Punkten. Der Technologie-Index Nasdaq stieg im gleichen Zeitraum um 1,6 Prozent auf knapp 1953 Punkte.

Die Wirtschaft zeige Anzeichen von Wachstum, und der rapide Abbau der Lagerbestände könne einen bedeutenden Schub auslösen, sagte Greenspan vor einem Ausschuss im Kongress. "Es gab in jüngster Zeit Anzeichen, dass einige der Kräfte, die die Wirtschaft im vergangenen Jahr behinderten, schwächer werden und dass die Aktivität anzieht", erklärte Greenspan in der für ihn typischen komplizierten Ausdrucksweise.

Der Notenbankchef relativierte mit dieser Einschätzung vor knapp zwei Wochen in San Francisco, in denen er die erheblichen Risiken für die US-Wirtschaft betont hatte. Seine Mitarbeiter meinten später, Greenspan habe bei dem Vortrag pessimistischer geklungen als beabsichtigt. Im Anschluss an die Rede vor knapp zwei Wochen waren die Kurse an den Börsen abgesackt.

"Er ist bedeutend optimistischer in seiner Einschätzung der derzeitigen Situation und ausgewogener in der Beurteilung der Risiken", sagte Volkswirt Stephen Stanley von Greenwich Capital Markets in Greenwich der Agentur Bloomberg. Beobacher schließen aus Greenspans Worten, dass eine weitere Zinssenkung bei der Notenbank-Sitzung nächste Woche unwahrscheinlich ist. Die Fed hat die Leitzinsen im vergangenen Jahr elf mal auf 1,75 Prozent und damit den tiefsten Stand seit 40 Jahren gesenkt.

Greenspan nannte unter anderem die niedrigen Hypothekenraten, die den Immobilienmarkt gestützt hätten. Der Automobilsektor sei überraschend robust und die weiterhin wachsende Produktivität erhöhe die Realeinkommen. Probleme sieht Greenspan in der für die USA hohen Arbeitslosigkeit. Die Arbeitslosenquote liegt bei 5,8 Prozent und damit höher als seit sechseinhalb Jahren. "Arbeitsplatzverluste könnten die Verbraucherausgaben dämpfen", sagte Greenspan. Er lobte die Anstrengungen der Privatwirtschaft, die Kosten zu senken und damit Arbeitsplätze zu erhalten.