US-Konzerne: Die Bush-Profiteure - DER SPIEGEL
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US-Konzerne Die Bush-Profiteure

Die Niederlage John Kerrys haben die meisten US-Unternehmen mit Genugtuung verfolgt. Einige Branchen profitieren besonders von einer weiteren Amtszeit des Republikaners George W. Bush.
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New York/Hamburg - Die Pharmaindustrie etwa musste bei einem Kerry-Sieg verordnete Preissenkung fürchten. Der Bush-Herausforderer hatte Verhandlungen darüber angekündigt. Nachdem der Demokrat seine Niederlage eingeräumt hatte, reagierten die Börsen daher entsprechend. Merck-Aktien verteuerten sich um vier Prozent, Konkurrent Pfizer   legte um 2,6 Prozent zu, Papiere von Johnson & Johnson   gewannen 2,4 Prozent.

Erleichtert zeigen sich auch die so genannten "Big Three", Amerikas drei große Autobauer Ford  , General Motors   und Chrysler. Kerry wollte die Verbrauchsvorschriften für Pkw, Geländewagen, Pickups und Minivans nach unten korrigieren. Dies hätte vor allem die benzinfressenden Allrad-Modelle getroffen, mit denen die Konzerne glänzende Geschäfte machen.

Freudig dürfte der Triumph des Amtsinhabers auch bei den Ölkonzernen aufgenommen worden sein, nicht nur weil die Bush-Administration schon bisher personell eng mit der Branche verbunden war. Die Unternehmen rechnen jetzt mit neuen Explorationsmöglichkeiten. Nach wie vor spekulieren die Ölgiganten auch auf Bohrungen in den Naturschutzgebieten Alaskas.

Rüstungskonzerne hoffen auf neue Projekte

Der Erfolg des "Kriegspräsidenten" Bush stärkt selbstredend die Rüstungsindustrie. Boeing-Papiere   kletterten am Mittwoch um 2,5 Prozent, Northrop Grumman um 4,1 Prozent und General Dynamics 3,8 Prozent. Allerdings hat der Wahlsieger bereits in seiner ersten Amtszeit derartig viel für Waffensysteme und Feldzüge ausgegeben, dass hier das Geld knapp werden könnte. Das überbordende US-Haushaltsdefizit engt den Spielraum für neue Rüstungsprojekte jedenfalls ein.

Insgesamt beurteilen die Unternehmen die Entscheidung für Bush positiv, zumal der Präsident seine zurückhaltende Kartellrechtspolitik fortsetzen wird. Mit Eingriffen von Staatsseite ist künftig kaum zu rechnen. Entsprechend gibt es auch keine wirklichen Kerry-Verlierer. Nicht einmal die Aktie des Ketchup-Produzenten Heinz schwächelt. Immerhin ist Teresa Heinz, Witwe des Soßen-Tycoons John Heinz, mit dem demokratischen Herausforderer verheiratet.