US-Kreditkrise: Bundesbank warnt vor Risiken am Finanzmarkt - DER SPIEGEL
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US-Kreditkrise Bundesbank warnt vor Risiken am Finanzmarkt

Die Kreditkrise in den USA wird zur langfristigen Bedrohung: Die Bundesbank warnt vor deutlich höheren Risiken am Markt. Betroffen sind vor allem Großbanken. Den Aufschwung in Deutschland sieht die Notenbank aber nur in Gefahr, sollten mehrere Risikofaktoren gleichzeitig wirksam werden.
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Frankfurt am Main - Die deutschen Banken sind durch die US-Kreditkrise deutlich höheren Risiken ausgesetzt. Zwar seien sie von größeren Störungen bislang verschont geblieben. Die durch die Krise an den Hypotheken- und Kreditmärkten ausgelösten Turbulenzen an den Finanzmärkten seien aber ein neuer, eigenständiger Unsicherheitsfaktor für das Finanzsystem geworden, heißt es in dem heute in Frankfurt veröffentlichten "Finanzstabilitätsbericht 2007" der Bundesbank.

"Insgesamt ist vor diesem Hintergrund das Gewicht der makroökonomischen Risiken für das deutsche Finanzsystem nun merklich höher anzusetzen." Die Banken seien allerdings dank ihrer Kapitalstruktur und Risikovorsorge mittlerweile besser in der Lage, Risiken abzufedern. Das deutsche Bankensystem habe seine Stabilität bewahrt. Auch der hiesige Versicherungsmarkt sei weiterhin in einer stabilen Verfassung.

Vor allem international tätige Großbanken müssten sich dennoch auf sinkende Gewinne einstellen. "Die Auswirkungen der veränderten Lage im globalen Finanzsystem werden die Ertragsentwicklung im zweiten Halbjahr 2007 bei den größeren deutschen Banken beeinflussen." Kleinere, regional agierende Institute seien dagegen nicht von den Problemen betroffen. Auch ein Überschwappen der Finanzkrise beispielsweise über eine Verschlechterung des Kreditangebots auf Industrie und den Dienstleistungssektor - wie in den USA - sei in Deutschland derzeit unwahrscheinlich.

Entwarnung bei der Konjunktur

Die Finanzmärkte, vor allem der Devisenmarkt, bleiben nach Einschätzung der Bundesbank angeschlagen. "Ungeachtet einer graduellen Verringerung der globalen Ungleichgewichte in den letzten Monaten sind die Risiken abrupter Wechselkursbewegungen nicht geringer geworden." Das gelte vor allem für den Fall eines stärker als erwarteten Abschwungs in den USA. "Dies könnte eine ungeordnete Dollarabwertung begünstigen", schreibt die Notenbank.

Auch am Geldmarkt habe sich die Lage "noch nicht normalisiert". Viele Banken würden Geld horten und nicht mehr weiter verleihen, weil sie möglichen Geschäftspartnern nicht trauen würden.

Hedgefonds und Ratingagenturen fordert die Bundesbank zu mehr Transparenz auf. Letztere sollten mehr Informationen über die Art und Qualität der Forderungen geben, die verbrieften Positionen zugrunde liegen.

Bei der Konjunktur gibt die Bundesbank allerdings Entwarnung: Sollten mehrere Risikofaktoren gleichzeitig wirksam werden, würde sich der "konjunkturelle Augenblick" zwar fühlbar eintrüben, eine Rezession wäre in Deutschland deswegen jedoch nicht zu erwarten. Allerdings gehe von den Rohölmärkten ein "Störpotential für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung aus".

Der Preis für ein Barrel US-Leichtöl war zuletzt bis auf fast 100 Dollar geklettert. Er ist neben den Preissteigerungen bei Lebensmitteln eine der Ursachen für die im November auf drei Prozent angezogene vorläufige Teuerungsrate in Deutschland. Dadurch verteuerten sich auch Kraftstoffe und Heizöl deutlich.

kaz/Reuters/dpa-AFX