US-Kreditkrise Manager decken sich mit Aktien ein
Frankfurt am Main So viele Aktien wie während der jüngsten Kreditkrise haben Vorstände, Aufsichtsräte und ihre Familien seit Mai 2003 nicht mehr gekauft das besagt zumindest das Insider-Barometer, das das Forschungsinstitut Fifam für das "Handelsblatt" erstellt. Es stieg zuletzt auf 154 Punkte. Das ist das höchste Niveau seit Mai 2003. Damals rutschten die Aktienindizes infolge des Irak-Kriegs nach unten, in der Folgezeit jagte dann ein Rekordhoch das nächste. Für das Barometer werden Daten von 160 Unternehmen ausgewertet, die im Dax , im MDax , im TecDax oder im SDax gelistet sind.
Der Kaufrausch sei ein klares Zeichen für das Vertrauen in die Börse, heißt es bei der Fifam. Dafür spricht dem Forschungsinstitut zufolge auch eine andere Tatsache: Kein einziger Firmeninsider habe Aktien seines Unternehmens verkauft das habe es bisher noch nicht gegeben, berichtet das "Handelsblatt". In den USA haben Top-Manager der jüngst heftig unter Druck geratenen Finanzbranche sogar so viele Aktien gekauft wie zuletzt 1995.
Der uneingeschränkte Optimismus der Manager überrascht, schätzten doch einige Analysten und Wirtschaftswissenschaftler die Lage vollkommen anders ein. Eine Minderheit warnte sogar schon vor einer Rezession in den USA in Folge der Börsenkrise. Viele andere erklärten, die Talfahrt der Börsen sei noch nicht zu Ende.
Der Grund für die unterschiedliche Einschätzung erkläre sich vor allem durch die unterschiedlichen Blickwinkel, so die Fifam. Für die Manager sei vor allem die künftige Entwicklung ihres Unternehmens ausschlaggebend, sie hätten außerdem eine sehr viel längerfristige Perspektive als etwa ein Börsenanalyst.
ase/dpa-AFX