US-Markt Schwarzer Oktober für Autobauer
Wolfsburg/Auburn Hills - "Obwohl wir nach den Rekordabsatzzahlen in den vergangenen Monaten bereits einen Rückgang erwartet hatten, war der Oktober doch ein sehr schwerer Monat für uns und die gesamte Autoindustrie", räumte Mark LaNeve, Vice President der General Motors North America, bei der Vorlage der Absatzzahlen ein.
Nach einem Absatzminus von 24 Prozent im September sind die Auslieferungen bei General Motors im Oktober nun um weitere 23 Prozent auf 257.623 Fahrzeuge eingebrochen. Der größte Autobauer der Welt hatte im Sommer seinen Absatz durch das "Mitarbeiterprogramm" angekurbelt, bei dem Kunden Preisnachlässe gewährt wurden, die sonst nur die Belegschaft erhält. Doch inzwischen geht die Nachfrage wieder deutlich zurück.
Nach Ansicht von Experten rächte sich, dass sich vor allem die US- Hersteller in den vorangegangenen Monaten die hohe Nachfrage durch nie da gewesene Preisnachlässe erkauften. Auch den rasanten Anstieg der Benzinpreise nach den Wirbelstürmen bekämen die Hersteller zu spüren, heißt es.
Nur der japanische Autobauer Toyota konnte sich einmal mehr vom negativen Branchentrend komplett abkoppeln: Insgesamt lieferte der Konzern mit den Marken Toyota und Lexus 173.086 Fahrzeuge aus, 5,2 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. In den ersten zehn Monaten liegt der Toyota-Konzern in den USA mit etwa 1,887 Millionen Auslieferungen nun um 10,7 Prozent über dem Vorjahreswert.
Mercedes-Benz auf Vorjahresniveau
Die deutschen Hersteller litten dagegen teilweise heftig unter den Folgen der Rabattschlacht: Zwar konnte VW von seinem Hoffnungsträger Jetta wie schon im Vormonat zwölf Prozent mehr Autos absetzen als noch vor einem Jahr. Insgesamt aber gingen die Auslieferungen der Volkswagen of America mit rund 17.207 verkauften Autos um rund 21,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurück. In den ersten zehn Monaten beträgt der konzernweite Absatzrückgang in den USA nun 17,1 Prozent.
Sogar der erfolgsverwöhnte Sportwagenbauer Porsche verkaufte im Oktober nur 2729 Autos auf dem US-Markt, 14 Prozent weniger als im Vorjahr. Schuld war der Erfolgsknick des sportlichen Geländewagens Cayenne, der wegen der hohen Benzinpreise drastisch an Popularität eingebüßt hat. Hier fiel der Absatz im Jahresvergleich um 45 Prozent auf 1208 Fahrzeuge zurück.