US-Militärauftrag Das Geschäft des Jahrhunderts
Atlanta Zwei Unternehmen, Lockheed Martin und Boeing , haben sich um den Auftrag für den Joint Strike Fighter (JSF) beworben. Es handelt sich bei JSF wahrscheinlich um das größte Projekt in der Geschichte der Luftfahrtindustrie. Der Düsenjäger soll nach Planungen des US-Verteidigungsministeriums für die kommenden 50 Jahre der Standard-Kampfjet der US-Luftwaffe, der Navy sowie der Marines werden.
Das Flugzeug soll unter anderem die Modelle F-16 Falcon, A-10 Thunderbolt, F/A-18 Hornet sowie AV-8B-Harrier ersetzen. Neben den USA habe auch die britische Royal Navy bereits 60 JSFs geordert, berichtet die Zeitung "The Atlanta Journal-Constitution". Weitere Orders aus dem Ausland könnten den Wert des Auftrags von 200 auf bis zu 300 Milliarden Dollar anschwellen lassen. Der Stückpreis für den JSF wird vermutlich bei 40 Millionen Dollar liegen.
Für die Bewerber heißt es: Alles oder nichts
Der Joint Strike Fighter fliegt nicht schneller, höher oder weiter als die bisher verwendeten Modelle. Hauptziel des Projektes ist es nach Pentagon-Angaben, die Kosten niedrig zu halten, indem ein Grundmodell in verschiedenen Variationen produziert wird. Ersatzteile ließen sich dann zwischen den JSF-Varianten austauschen. Bisher sind nur wenige der verschiedenen Maschinentypen der US-Streitkräfte untereinander kompatibel.
Die Pentagon-Entscheidung läuft nach dem Muster "Alles oder nichts" ab: Boeing und Lockheed haben zwar beide Zehntausende Stunden an Forschungs- und Entwicklungsarbeit in das Jetprojekt gesteckt, der Auftrag wird jedoch komplett an ein Unternehmen vergeben. Der Verlierer geht leer aus.
Lockheeds Aktie ist seit dem 11. September um 24 Prozent gestiegen, da Anleger darauf spekulieren, der Hersteller des F-16 werde den Zuschlag für den JSF bekommen. Boeingpapiere sind im gleichen Zeitraum wegen der Krise in der zivilen Luftfahrt um 23 Prozent gefallen.