US-Mobilfunkmarkt: Cingular zieht an Vodafone vorbei - DER SPIEGEL
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US-Mobilfunkmarkt Cingular zieht an Vodafone vorbei

Der weltgrößte Mobilfunkkonzern Vodafone hat im Bieterrennen um das US-Unternehmen AT&T Wireless das Nachsehen. Konkurrent Cingular bezahlt 40,7 Milliarden Dollar und schafft so das größte Mobilfunkunternehmen der USA.
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New York - Der Bieterwettstreit zwischen dem US-Mobilfunkanbieter Cingular und dem britischen Unternehmen Vodafone   um AT&T Wireless hat ein Ende gefunden. Der Preis für das US-Unternehmen hat Schwindel erregende Höhen erreicht. Noch am Montag war bekannt geworden, dass Vodafone wie Cingular ihre Gebote von rund 35 Milliarden Dollar auf etwa 38 Milliarden Dollar erhöht hatten. In der Nacht zum Dienstag legte der britische Konzern auf 39,1 Milliarden Dollar nach. Doch der Vorsprung währte nicht lange, Cingular zog nach und bot 40,7 Milliarden Dollar. Das entspricht 15 Dollar pro Aktie. Unerreichbar für Vodafone, die Briten gaben auf.

Cingular, ein Gemeinschaftsunternehmen von SBC Communications   und BellSouth, ist der zweitgrößte Mobilfunkanbieter in den USA. Der Konzern geht bei einer Fusion von einem Einsparpotenzial von drei Milliarden Dollar aus. Gewerkschaftsvertreter hatten schon im Vorfeld vor einem massiven Stellenabbau gewarnt. Durch die Fusion mit dem Branchendritten AT&T Wireless entsteht der größte amerikanische Mobilfunkkonzern mit 46 Millionen Kunden und einem Umsatz von mehr als 32 Milliarden Dollar.

AT&T Wireless hatte sich nach einem unerwarteten Verlust im vierten Quartal 2003 selbst zum Verkauf feilgeboten. Der Konzern läutete damit die lang erwartete Konsolidierung auf dem US-Mobilfunkmarkt ein. Der US-Markt ist von sechs überregionalen sowie zahlreichen regionalen Anbieter gekennzeichnet.

Analysten und Investoren standen einer Übernahme von AT&T Wireless durch Vodafone skeptisch gegenüber. DZ-Bank-Analyst Robert Vinall hatte im Gespräch mit manager-magazin.de eine Offerte seitens der Briten als riesigen Fehler bezeichnet. AT&T Wireless sei seiner Meinung nach einer der schlechtesten Player auf dem US-Markt. So habe das Unternehmen allein im Januar 3 Prozent seiner Kunden verloren. Derzeit zählt das Unternehmen 22 Millionen Kunden.

Die Briten wollen nun an dem Gemeinschaftsunternehmen mit dem Telefonkonzern Verizon festhalten. Vodafone hält 45 Prozent an dem US-Marktführer Verizon Wireless. Hätte der größte Mobilfunkanbieter weltweit den Zuschlag für AT&T Wireless erhalten, hätten Vodafone aus kartellrechtlichen Gründen aus dem Gemeinschaftsunternehmen aussteigen müssen.

Die Anleger von Vodafone reagierten mit Erleichterung auf die Meldung. Die Aktie des Unternehmens legte an der Londoner Börse bis 11.45 Uhr um 7,01 Prozent auf 141,25 Pence zu. Der FTSE-100-Index gewann im gleichen Zeitraum 1,2 Prozent auf 4.461 Punkte.