US-Mobilfunkmarkt Riesen im Fusionsflirt
New York - Sprint-Aktien legten in New York um acht Prozent und Nextel um 6,6 Prozent zu. Beide Unternehmen lehnten eine Stellungnahme ab. Die Nachrichtenagentur Reuters und das "Wall Street Journal" hatten zuvor von den Fusionsverhandlungen berichtet und sich auf informierte Kreise berufen.
Sprint und Nextel haben eine in etwa gleiche Marktkapitalisierung von etwas mehr als 30 Milliarden Dollar. Zusammen hätten sie rund 39 Millionen Kunden und würden mit den beiden führenden der Branche in den USA, Cingular Wireless und Verizon Wireless konkurrieren. Cingular Wireless und AT&T Wireless hatten sich in diesem Jahr zum größten US-Mobilfunkkonzern zusammengeschlossen.
Experten sehen vor einer Fusion von Sprint und Nextel aber noch eine Reihe von Hürden, vor allem wegen ihrer unterschiedlichen Netz-Technologien und wegen zu erwartender Auseinandersetzungen zwischen den Managements. Nextel war der erste Anbieter, der die Push-to-Talk-Technologie für Handys auf dem Massenmarkt eingeführt hat.
Die Spekulationen um die Fusionsgespräche sind nach Einschätzung eines Marktteilnehmers an der Frankfurter Börse eher negativ für die Deutsche Telekom. "Sollte beide Unternehmen fusionieren, würden sie gemeinsam mit Cingular und Verizon etwa 75 Prozent des US-Marktes kontrollieren, das könnte die Marktstellung für T-Mobile in den USA schwieriger gestalten."
Für den Sekotr wäre eine Fusion indes eine gute Nachricht. "Das könnte die Konsolidierungsfantasie in der Branche wieder etwas anstacheln", sagte ein Händler.