US-Modeverkäufer Revolte gegen den Dresscode
San Francisco - Die Beschäftigten der Mode-Ketten Gap, Abercrombie & Fitch und Polo Ralph Lauren werfen ihren Arbeitgebern vor, sie widerrechtlich zu zwingen, einheitliche Kleidung nach Art einer Uniform zu tragen. Tausende Angestellte müssten die modische Ware der Hersteller kaufen und am Arbeitsplatz tragen, heißt es nach einem Bericht des "San Francisco Chronicle" in den Beschwerden.
Gap und Abercrombie & Fitch müssen sich seit dieser Woche wegen Verstoßes gegen das Arbeitsrecht verantworten. Der Prozess gegen Polo Ralph Lauren wurde bereits im September eingereicht. Klägerin Toni Young, die seit 1997 als Verkäuferin für Polo Ralph Lauren in San Francisco arbeitet, behauptet, sie habe bereits 35.000 Dollar für Polo-Mode ausgeben müssen, um ihren Arbeitsplatz nicht zu verlieren. Youngs Anwalt, Patrick Kitchin, sagte, dass bereits Hunderte von Beschäftigten angekündigt hätten, sich der Sammelklage anzuschließen. Ein entsprechender Antrag sei vor Gericht eingereicht worden.
Die Prozesse könnten weit reichende Folgen für die Modegeschäfte in Kalifornien haben. Nach kalifornischem Recht dürfen die Ladeninhaber von ihren Mitarbeitern nur Uniformen verlangen, solange sie selbst dafür die Kosten übernehmen.
Kitchin zufolge müssen die Geschäfte entweder die Arbeitskleidung stellen oder von Modevorschriften am Arbeitsplatz absehen. Es sei unzumutbar, dass Verkäufer mit einem niedrigen Einkommen für kostspielige Kleidervorschriften erfüllen müssten, sagte ein Gewerkschaftssprecher. Ein Unternehmensbeobachter in New York versicherte dem "Chronicle", dass diese Geschäftspraktiken viel weiter verbreitet sind, als gemeinhin angenommen werde.
Eine Sprecherin von Gap widersprach den Vorwürfen. Gap-Angestellte seien lediglich dazu verpflichtet, einen ähnlichen Stil zu tragen. Gap-Mitarbeiter und Kläger Robert Boleyn dagegen wirft der Modefirma vor, ihn zum Kauf ihrer Produkte genötigt zu haben. Wer nicht Gap trägt, gehe das Risiko ein, seinen Job zu verlieren, erklärte der Kläger.