US-Musikbranche: Wall-Street-Sheriff attackiert Plattenkonzerne - DER SPIEGEL
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US-Musikbranche Wall-Street-Sheriff attackiert Plattenkonzerne

Nachdem Eliot Spitzer zuletzt die US-Versicherer aufmischte, nimmt er sich nun die nächste Branche vor. Laut einem Pressebericht plant der New Yorker Staatsanwalt einen Angriff auf die Musikindustrie.
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New York - Spitzer konzentriere sich jetzt darauf, wie Plattenfirmen über unabhängige Mittelsmänner die Radio-Ausstrahlung neuer Lieder beeinflussten, berichtete die "New York Times" am Freitag unter Berufung auf mehrere namentlich nicht genannte Personen.

Der Zeitung zufolge geht Spitzer gegen die vier großen Musikkonzerne Universal Music Group, Sony BMG Music Entertainment, EMI Group und die Warner Music Group vor. Die Unternehmen nahmen dazu zunächst nicht Stellung. Lediglich der britische Musikkonzern EMI hat Ermittlungen bestätigt. Das Unternehmen arbeite uneingeschränkt mit der Staatsanwaltschaft zusammen, die um Informationen gebeten habe, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Die Untersuchung sei in einem Anfangstadium.

Der Generalstaatsanwalt sei auf der Suche nach Vertragskopien und Unterlagen, die Verbindungen der Unternehmen zu unabhängigen Mittelsmännern belegen, die wiederum versuchen, neue Lieder ins Rundfunkprogramm zu bringen. Die Ermittlungen umfassen dem Bericht zufolge alle großen Radiosender im US-Bundesstaat New York und sind nicht gegen bestimmte Personen gerichtet. Den Sendern ist es verboten, Geld oder andere Leistungen als Gegenleistung für das Ausstrahlen bestimmter Songs anzunehmen, solange sie dies nicht ihren Hörern offen legen.

Mit einem Angriff auf die Musikgiganten würde Spitzer ein weiteres Mal seinem Ruf als Wall-Street-Sheriff gerecht. Mit seinen Ermittlungen gegen mehrere US-Versicherer, denen er Marktmanipulationen zu Lasten der Endabnehmer vorwirft, hatte er jüngst für erheblichen Wirbel gesorgt und Anlegern die Stimmung verdorben. Spitzers Ermittlungen wegen allzu optimistischen Analystenbewertungen führten auch 2003 dazu, dass mehrere US-Investmentbanken einem Vergleich in Höhe von 1,4 Milliarden Dollar zustimmten.

Dabei muss sich der an den Eliteuniversitäten in Princeton und Harvard ausgebildete Jurist immer wieder vorwerfen lassen, er nutze seine Position zur politischen Profilierung. So werden dem Demokraten Ambitionen auf den Gouverneursposten im Bundesstaat New York nachgesagt. Auch gilt er als möglicher Kandidat für das Justizministerium, wenn Bush-Herausforderer John Kerry die Wahl Anfang November gewinnen sollte.