US-Notenbank: Bernanke kündigt Kurswechsel an - DER SPIEGEL
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US-Notenbank Bernanke kündigt Kurswechsel an

Der designierte US-Notenbank-Chef, Ben Bernanke, will deutlich klarere Orientierungspunkte setzen als sein Vorgänger Alan Greenspan. Die Einführung eines Inflationsziels zum Beispiel hat er fest im Programm. Ein wenig Zeit will er den Kollegen aber noch lassen.
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Washington - Der Übergang zu einem Inflationsziel sollte nicht rasch erfolgen, sagte Bernanke heute vor dem Bankenausschuss des US-Senats. Zunächst müsse ein Konsens in der Notenbank hergestellt werden. Die Einführung eines Inflationsziels brauche keine Bestätigung durch den Senat.

Greenspan hat sich immer gescheut, ein klares Inflationsziel zu benennen, obwohl die Notenbank nach Expertenmeinung unter seiner Regie das unausgesprochene Ziel von ein bis zwei Prozent Teuerung im Jahr verfolgte. Greenspan argumentierte, dass eine Festlegung es schwieriger mache, auf Schocks zu reagieren.

Die Bekämpfung der Inflation bleibe im Fokus der Notenbankpolitik, sagte Bernanke weiter. Zudem sprach sich der designierte Fed-Chef für eine transparentere Notenbankpolitik aus. "Langfristige Preisstabilität ist unerlässlich für maximale Beschäftigung und allgemeine wirtschaftliche Stabilität", sagte Bernanke. Ein numerisches Inflationsziel sei ein Schritt zu mehr Transparenz. Priorität habe die Fortsetzung der Geldpolitik von Greenspan. Er versprach zudem eine von der Politik unabhängige Geldpolitik.

Die Inflationserwartungen in den USA bleiben nach Einschätzung Bernankes gut verankert. Die US-Wirtschaft sei besser als früher in Lage hohe Ölpreise zu verkraften, sagte er. Das hohe Leistungsbilanzdefizit in den USA müsse langfristig sinken.

Das Haushaltsdefizit in den USA bezeichnete Bernanke als echtes Problem. An den Finanzmärkten hatte die Anhörung zunächst keine Auswirkungen. Die Aussagen wurden als nicht überraschend gewertet.

Die US-Notenbank hat die Leitzinsen seit Sommer vergangenen Jahres zwölf Mal auf jetzt 4,0 Prozent angehoben. Bei ihrer Sitzung am 1. November äußerte sie sich aber überzeugt, dass die Inflation langfristig unter Kontrolle ist.

Der 51-jährige Bernanke soll Fed-Chef Greenspan nach 18 Jahren im Amt Ende Januar ablösen. Der einstige Princeton-Wirtschaftsprofessor und Wirtschaftberater im Weißen Haus genießt über Parteigrenzen hinweg großes Ansehen. Seine Bestätigung im Senat gilt als reine Formsache.