US-Notenbank Fed erhöht Leitzins um 0,25 Punkte
Washington - Zum 15. Mal in Folge hob die US-Notenbank den Zinssatz an. Der Leitzins erreichte damit das höchste Niveau seit April 2001. Die Sitzung des Offenmarktausschusses der Fed, der die Anhebung um 0,25 Prozentpunkte beschloss, kam erstmals unter der Leitung von Ben Bernanke zusammen.
Bernanke, ein Wirtschaftsprofessor und ehemaliger Berater von US-Präsident George W. Bush, hatte Anfang Februar Alan Greenspan an der Spitze der Fed abgelöst. Greenspan hatte die mächtigste Notenbank der Welt 18 Jahre geleitet. Bernanke hatte bereits angekündigt, er wolle die Zinspolitik seines legendären Vorgängers Alan Greenspan fortsetzen. Diese bestand in kleinen Schritten, um den Märkten die Anpassung an die Zinserhöhungen zu erleichtern. Die Fed hebt die Zinsen seit Juni 2004 von dem damaligen historischen Tief von 1,0 Prozent an. Eine so lange Phase von Zinserhöhungen hat es seit mehr als 25 Jahren nicht mehr gegeben.
Nach Aussagen der Fed soll der Zinserhöhungskurs auch noch weitergehen. "Der Ausschuss findet, dass weitere Anhebungen nötig sein könnten, um die Risiken, die Wirtschaftswachstum und Preisstabilität bedrohen, in etwa in Balance zu halten", teilte der Offenmarktausschuss der Fed mit. Ähnliches hatte das Gremium bereits bei seiner Sitzung im Januar verkündet. Beobachter erwarten nun im Mai einen weiteren Zinsschritt nach oben auf 5 Prozent.
Die Notenbanker ziehen die Zinsschraube seit fast zwei Jahren an, um die Inflation in Schach zu halten. Die jährliche Teuerungsrate hatte im Februar insbesondere wegen hoher Energiepreise bei 3,6 Prozent gelegen. In der Eurozone liegt der Leitzinssatz nach zwei Erhöhungen seit Dezember bei 2,5 Prozent.
Die amerikanische Wirtschaft wächst seit mehr als vier Jahren robust. Im laufenden Monat war der Index der Verbraucherzuversicht auf den höchsten Stand seit fast vier Jahren gestiegen. Die Notenbank rechnet in diesem Jahr mit rund 3,6 Prozent Wachstum, nach 3,5 Prozent im vergangenen Jahr und 4,2 Prozent 2004.
kaz/fok/AFP/dpa