US-Notenbank: Leitzins auf 2,0 Prozent gesenkt - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

US-Notenbank Leitzins auf 2,0 Prozent gesenkt

US-Notenbankchef Alan Greenspan hat die Zinsen nochmals um 0,5 Prozentpunkte gesenkt. Die Börse reagierte zunächst nur leicht.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

New York - Nach der zehnten Zinssenkung in diesem Jahr liegt der wichtigste Leitzins der amerikanischen Notenbank Federal Reserve nun bei 2,0 Prozent - der niedrigste Stand seit September 1961. Die weniger beachtete Diskontrate wurde ebenfalls um 50 Basispunkte auf nunmehr 1,5 Prozent zurück genommen.

Die Fed begründete ihre Entscheidung mit der großen Unsicherheit, die momentan die Wirtschaftstätigkeit beeinträchtige. Auf absehbare Zeit besteht nach Ansicht der Notenbankgouverneure außerdem das Risiko weiterer Wirtschaftsschwäche.

Der Dow Jones drehte kurz nach der Entscheidung mit rund 0,3 Prozent ins Plus, der Nasdaq-Index notierte knapp ein Prozent über Vortagesniveau.

Analysten hatten einhellig mit einer Senkung der Leitzinsen gerechnet. Wie stark dieser Schritt jedoch ausfallen werde, war unter Experten strittig. Eine Reihe von negativen US-Konjunkturzahlen in der vergangenen Woche viele Analysten dazu veranlasst, eine Tagesgeldsatz-Senkung um 0,50 Prozentpunkte zu prognostizieren. Für eine moderate Senkung um 0,25 Prozentpunkte sprach nach Ansicht anderer Experten, dass die Notenbank bereits neun Mal den Zins gesenkt habe und der US-Kongress bereits an großzügigen fiskalpolitischen Maßnahmen zur Konjunkturbelebung arbeite.

Einigkeit besteht unter Experten darüber, dass die wahrscheinliche Zinssenkung vom morgigen Dienstag wohl nicht den Schlusspunkt des zu Jahresbeginn eingeleiteten Zinssenkungszykluses der Fed darstellen werde. So erwarten viele Experten bis zum Ende des ersten Quartals 2002 einen US-Leitzinssatz von 1,5 Prozent. Die Investmentbank Credit Suisse First Boston sieht sogar bis zum kommenden Frühjahr eine Federal Funds Rate von 1,0 Prozent.

Zuletzt hatte die Fed unter Leitung von Alan Greenspan den Tagesgeldsatz Anfang Oktober auf 2,5 Prozent gesenkt. Anfang des Jahres lag sie noch bei 6,5 Prozent. Der Offenmarktausschuss hatte immer wieder erklärt, dass weitere Zinssenkungen folgen, wenn nicht klare Anzeichen einer wirtschaftlichen Erholung sichtbar würden.