US-Ökonom Wirtschaftsnobelpreisträger Samuelson gestorben
Ökonom Samuelson (2005): Zwei US-Präsidenten beraten
Foto: BOB CHILD/ APCambridge - Samuelson starb in seinem Haus in Belmont im US-Staat Massachusetts, wie seine frühere Universität, das Massachusetts Institute of Technology (MIT), mitteilte. Samuelson galt als Vordenker der modernen Volkswirtschaftslehre und beriet zwei US-Präsidenten beraten.
Ein von ihm führend verfasstes Standardwerk der Makro- und Mikroökonomie wurde in 40 Sprachen übersetzt, Millionen Studenten lasen es. Samuelson war ein liberaler Ökonom und Neokeynesianer. Vertrauend auf die Lehre des britischen Wirtschaftswissenschaftlers John Maynard Keynes, sprach er dem Staat eine starke Rolle bei der Gestaltung der Wirtschaftszyklen zu.
Für seine wegweisende Forschung wurde Samuelson 1970 mit dem Wirtschaftsnobelpreis ausgezeichnet. Herausgehoben wurde dabei, dass er "mehr als jeder andere zeitgenössische Ökonom dazu beigetragen hat, die wissenschaftliche Analyse der Volkswirtschaftslehre auf ein neues Niveau zu heben", wie es seinerzeit in der Begründung des Nobelkomitees hieß.
"Anerkennung für harte Arbeit"
In seiner Dankesrede sagte Samuelson, es sei schön, "eine Anerkennung für harte Arbeit zu finden". Samuelson war im Jahr 1970 erst der zweite Preisträger und der erste ausgezeichnete Amerikaner des 1968 von der schwedischen Zentralbank gestifteten Nobelpreises. Die übrigen Nobelpreise werden bereits seit 1901 vergeben.
Samuelson diente unter anderem den damaligen US-Präsidenten John F. Kennedy und Lyndon B. Johnson als Berater. Bei Kennedy war er führend mitverantwortlich für das Anstoßen der Steuerreform, die als Grundlage der wirtschaftlichen Erholung der sechziger Jahre gilt.
Zuletzt meldete sich Samuelson im Zuge der Finanzkrise bis kurz vor seinem Tod immer wieder mit pointierten Analysen zu Wort. Sein Neffe Lawrence Summers, ein früherer US-Finanzminister, ist heute der leitende Wirtschaftsberater von US-Präsident Barack Obama.