US-Pharmaindustrie Wer gewinnt den Übernahmekampf?
New York - Warner-Lambert führe mit Procter & Gamble Fusionsgespräche, meldet das "Wall Street Journal". Damit wäre für Lambert die Gefahr einer feindlichen Übernahme durch den Pharma-Konkurrenten Pfizer gebannt.
Analysten begrüßten die Kombination, befürchten jedoch, das Geschäft könnte zu groß sein. Der Aktienkurs von Procter & Gamble gab an der Wall Street um 1,34 Prozent nach, während Warner-Lambert um über fünf Prozent ansprang.
Pfizer, der Hersteller des Potenzmittels Viagra, ist Amerikas zweitgrößter Pharmakonzern. Das Unternehmen bietet 79 Milliarden Dollar für Warner-Lambert, das mit America Home Products (AHP) fusionieren will. Der Wert der Fusion von Warner-Lambert mit AHP beträgt 59 Milliarden Dollar. Dadurch sieht Pfizer seine Marktstellung bedroht und wendete sich mit einem feindlichen Übernahmeangebot direkt an die Warner-Lambert-Aktionäre. Von den Aktionären unter Druck gesetzt, willigte Warner-Lambert vorige Woche ein, mit Pfizer Verhandlungen aufzunehmen.
Warner-Lambert nahm zu den Procter & Gamble-Spekulationen nicht Stellung, sagte jedoch, die Verhandlungen mit Pfizer gingen weiter. Die Suche nach einem "Weißen Ritter" könnte Teil einer Strategie sein, Pfizer zur Erhöhung seiner Offerte zu drängen.
Procter & Gamble stellt unter anderem Pringles-Chips, Tempo-Taschentücher und Pampers-Windeln her und erwirtschafte 1998 einen Umsatz von 38,13 Milliarden Dollar.