US-Pleitekonzern Ex-Enron-Chef Lay tot
Washington - Kenneth Lay, Gründer des einst weltgrößten Energiehändlers, starb Berichten zufolge in seinem Ferienhaus in Aspen, US-Bundesstaat Colorado, an einem Herzinfarkt. Er wurde 64 Jahre alt. Weitere Einzelheiten würden nicht veröffentlicht, hieß es in einer Stellungnahme der Familie.
Lay war nach Informationen des Senders CNN gestern Abend mit Herzproblemen ins Krankenhaus gebracht worden. Nach Angaben der Ärzte habe sein Herz am frühen Morgen versagt.
Lay war Ende Mai in Houston (Texas) wegen Betrugs und Verschwörung in sechs Anklagepunkten schuldig gesprochen worden. Er selbst hatte stets seine Unschuld beteuert. Das Strafmaß sollte am 23. Oktober verkündet werden. Ihm drohten maximal 165 Jahre Haft.
Der Fall Enron war der größte Bilanzskandal in der US-Wirtschaftsgeschichte. Der Konzern war im Dezember 2001 zusammengebrochen. Dabei hatten nicht nur mehrere Tausend Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verloren, sondern es waren auch Pensionsgelder in Milliardenhöhe vernichtet worden. Der Finanzchef hatte Schuldenberge in dubiosen Partnerschaften versteckt und damit die prekäre Finanzlage von Enron verschleiert. Lay und sein Nachfolger im Chefsessel, Jeffrey Skilling, waren schuldig gesprochen worden, weil sie Angestellte und Investoren nach Überzeugung der Jury über die Finanzlage im Dunkeln ließen.
kaz/Reuters/AFP/dpa