US-Quartalszahlen: Lauter gute Nachrichten - DER SPIEGEL
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US-Quartalszahlen Lauter gute Nachrichten

Die IT-Giganten Microsoft, Sun und Nortel haben es ihren Konkurrenten IBM und Apple nachgemacht. Ihre Quartalsergebnisse übertrafen die Erwartungen der Analysten.
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Seattle/Palo Alto/Montreal/New York - Höhere Umsätze mit seinem Betriebssystem Windows 2000 haben dem US-Softwarekonzern Microsoft im dritten Quartal 2000/2001 einen über den Analystenschätzungen liegenden Gewinnanstieg beschert. Microsoft teilte am Donnerstag nach US-Börsenschluss in Seattle mit, der Gewinn sei auf 2,45 Milliarden Dollar oder 44 Cents je Aktie gestiegen, verglichen mit 2,39 Milliarden Dollar oder 43 Cents je Aktie im Vorjahreszeitraum. Wall-Street-Analysten hatten im Schnitt mit einem Gewinn je Aktie von 42 Cents gerechnet.

Die Umsätze hätten auf 6,46 Milliarden Dollar zugelegt, teilte Microsoft mit. Im dritten Quartal des vorangegangenen Geschäftsjahres 1999/2000 hatte das Softwareunternehmen noch Umsätze von 5,66 Milliarden Dollar verbucht. Auch der Quartalsumsatz übertraf die Prognosen der Branchenexperten, die im Schnitt mit 6,1 Milliarden Dollar gerechnet hatten.

Sun Microsystems überrascht die Analysten

Auch Sun Microsystems konnte die Erwartungen der Analysten übertreffen. Der Hersteller von Hochleistungsrechnern wies für das dritte Bilanzquartal einen Gewinn je Aktie von acht Cents nach 14 Cents je Aktie im Vorjahr aus. Die Prognose der Analysten für das Berichtsquartal hatte bei sieben Cents gelegen. Die Umsätze stiegen im Berichtszeitraum auf 4,095 Milliarden Dollar nach 4,005 Milliarden Dollar im Vorjahr an, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Palo Alto mit.

Der Pro-Forma-Konzernüberschuss betrug 263 Millionen Dollar nach 464 Millionen Dollar im vergangenen Jahr. Für die ersten Monate des Bilanzjahres 2001 wies Sun einen Gewinn je Aktie von 0,40 Dollar nach 0,34 Dollar aus. Die Umsätze stiegen im bisherigen Jahresverlauf auf knapp 14,3 Milliarden Dollar. Im Vergleichsquartal des Vorjahres waren es noch 10,7 Milliarden Dollar.

Nortel erfüllt die Erwartungen

Auch der kanadische Netzwerkausrüster Nortel Networks konnte in Montreal ein Ergebnis präsentieren, das die Analysten nicht enttäuschte. Der Quartalsverlust von zwölf Cents je Aktie entsprach den Prognosen der Fachleute. Inklusive außerordentlicher Posten belief sich der Verlust auf 2,58 Milliarden Dollar beziehungsweise 82 Cents je Aktie. Um den Turnaround zu schaffen, sollen bis Mitte des laufenden Jahres insgesamt 20.000 Arbeitsplätze abgebaut werden. Wegen der Unsicherheit rund um die amerikanische Wirtschaft gab Nortel keine Wachstumsprognose ab.

Wall Street in Kauflaune

Angesichts der guten Quartalsergebnisse haben die Anleger an der Wall Street ihre Kauflaune behalten. Die befürchteten Gewinnmitnahmen nach den massiven Vortagsgewinnen sind am Donnerstag bis zum Börsenschluss ausgeblieben. Die Computerfirmen IBM und Apple sowie der weltgrößte Hersteller von Computerspeichern EMC hatten mit guten Quartalsergebnissen für Stimmung gesorgt.

Hinzu kam die Hoffnung auf weitere US-Leitzinsabschläge, nachdem die amerikanische Notenbank die Leitzinsen am Mittwoch überraschend zum vierten Mal in diesem Jahr um einen halben Prozentpunkt gesenkt hatte. Zwar rechnen einige Analysten mit baldigen Rückschlägen. Viele Börsen-Gurus hoffen jedoch, dass die schlimmsten Zeiten an der Wall Street vorbei sind.

Der Dow-Jones-Index stieg um 77 Zähler oder 0,73 Prozent auf 10.693 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500-Index legte um 15 Punkte oder 1,25 Prozent auf 1253 Punkte zu. Der technologielastige Nasdaq-Index festigte sich um 102 Zähler oder 4,93 Prozent auf 2181 Punkte. Er hatte am Vortag bereits einen Gewinn von 8,1 Prozent verbucht.