US-Rezession: Asiens Börsen tief im Minus - DER SPIEGEL
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US-Rezession Asiens Börsen tief im Minus

Abschwungsangst erfasst die Weltbörsen. Die USA sind nun offiziell in der Rezession, schon der Dow Jones verlor deshalb fast acht Prozent - und nun stürzen auch Asiens Aktienmärkte ab: Der Nikkei schloss unter 8000 Punkten.
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Tokio - Der Sog der Wall Street ist einfach zu stark: Die asiatischen Börsen sind am Dienstag nach dem Absturz des Dow Jones ebenfalls tief ins Minus gerutscht. Sowohl in Tokio als auch in Hongkong fielen die Kurse zu Handelsbeginn um mehr als fünf Prozent. Der Nikkei-Index   verlor 533 Punkte und schloss bei 7863,69 Punkten. Der Hang-Seng-Index   fiel schon in den ersten Minuten nach Börseneröffnung um über fünf Prozent und stand kurz vor Börsenschluss bei minus 4,9 Prozent und 13.419 Punkten.

Grund für den deutlichen Kursrutsch waren die negativen Vorgaben aus den USA. Dort hatten schlechte Wirtschaftsnachrichten den Dow Jones   in New York um fast acht Prozent einbrechen lassen. Wissenschaftler des privaten Nationalen Büros für Wirtschaftsforschung (NBER) teilten am Montag mit, dass sich die USA in einer Rezession befinden - und das schon seit Dezember 2007. Das Institut berechnet regelmäßig die Wirtschaftszyklen, ihren Anfang und ihr Ende. Viele Experten sind der Ansicht, dass die Rezession noch bis Mitte 2009 andauern wird.

Zusätzlich verdarb die Aussicht auf ein schlechtes Weihnachtsgeschäft den Anlegern nach den Kursgewinnen der vergangenen Woche die Kauflaune. Die Bauausgaben im Oktober waren stärker als erwartet gesunken, und der ISM-Einkaufsmanager-Index der Industrie im November fiel überraschend deutlich. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte fiel um 679 Punkte und notierte zum Handelsschluss 7,7 Prozent im Minus bei 8147 Punkten - nach einer fünftägigen Kursrallye folgte die Talfahrt. Der Dow Jones büßte mehr als die Hälfte des Kursanstiegs der vergangenen fünf Handelstage ein - das waren 1276 Punkte.

"Wenn sich die US-Wirtschaft in einer Rezession befindet, sind Investoren auch pessimistisch hinsichtlich der Lage der Weltwirtschaft", sagte der Analyst Yutaka Miura in Tokio. Die Investoren würden zunehmend pessimistischer, was den Zustand der weltweiten Wirtschaft angeht.

Es waren deshalb vor allem die exportorientierten Unternehmen wie der Autokonzern Honda  , die ins Minus rutschten. Honda-Aktien verloren rund sieben Prozent. Die Papiere des Rivalen Toyota gaben 3,6 Prozent ab. Auch Technologie-Unternehmen konnten sich dem Abwärtstrend nicht entziehen: TDK   rutschten 8,5 Prozent ins Minus, der Chiphersteller Kyocera   verlor 4,4 Prozent und Canon   notierte 4,1 Prozent schwächer.

Belastet von Verlusten an der Wall Street und den asiatischen Börsen werden die deutschen Aktienindizes am Dienstag schwach erwartet. Finspreads taxierte den Dax   am Morgen 1,59 Prozent tiefer bei 4.325 Punkten. Ein Händler sagte: "Die Vorgabe wird weitere Kursverluste zum Handelsstart bringen." Der Future auf den US-Leitindex stand am Morgen 267 Punkte unter seinem Niveau zum Xetra-Schluss am Freitag. Der Kalender ist unterdessen mit Konjunkturdaten kaum gefüllt und das Treffen der Finanzminister der Eurogebietes könnte Impulse bringen.

sam/Reuters/AP/dpa-AFX