US-Sonderbeauftragter Obamas Autoreformer Rattner tritt ab
Washington - Für Präsident Barack Obama hat er die gigantische Aufgabe begonnen, die marode US-Autoindustrie umzugestalten und die angeschlagenen Konzerne General Motors (GM) und Chrysler fit für die Zukunft zu machen.
Jetzt tritt Steven Rattner, Sonderbeauftragter der US-Regierung für die Autoindustrie und gelegentlich "Auto-Zar" genannt, ab. Nachdem die beiden Autobauer den Gläubigerschutz verlassen haben, wird sich Rattner ins Privatleben zurückziehen, wie US-Finanzminister Timothy Geithner am Montagabend erklärte.
Sein Nachfolger soll Ron Bloom werden. Der frühere Wall-Street-Manager ist bereits Mitglied der Auto-Task-Force und gilt als Sanierungsexperte. Rattner hat zusammen mit der Regierung die schnelle Restrukturierung der angeschlagene US-Autoriesen GM und Chrysler unter Gläubigerschutz vorangetrieben.
Rattners Abgang leite nun eine neue Phase in der Arbeit der Task-Force ein, erklärte ein Regierungsvertreter. Das Regierungsteam werde künftig nicht mehr aktiv umstrukturieren, sondern vor allem Geschäfte überwachen. Rattner erklärte vergangene Woche, die US-Regierung werde sich mit ihrem Anteil von 60 Prozent an GM künftig wie ein institutioneller Anleger verhalten und kontrollieren, wie mit den staatlichen Milliardenhilfen gewirtschaftet wird.
Im April war Rattner wegen Ermittlungen im Zusammenhang mit einem Geschäft seiner Investmentfirma Quadrangle in die Kritik geraten. US-Präsident Barack Obama stellte sich jedoch hinter seinen obersten Autobeauftragten. Kreisen zufolge wird Rattner, der im Februar von Quadrangle zur Autokommission gewechselt hatte, nicht zu der von ihm mitgegründeten Firma zurückkehren.