US-Verbrauchervertrauen: Beste Stimmung seit 2002 - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

US-Verbrauchervertrauen Beste Stimmung seit 2002

Das Vertrauen der US-Verbraucher in die Wirtschaft ihres Landes ist im April überraschend gestiegen. Der Grund: Die Bürger glauben, dass sich die Lage am Arbeitsmarkt erholt.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

New York - "Der Arbeitsmarkt, der große Auswirkungen auf das Vertrauen hat, scheint an Stärke zu gewinnen", sagte Direktorin Lynn Franco vom privaten Forschungsinstitut Conference Board, das den Index des Verbrauchervertrauens monatlich ermittelt. Die Börsen beiderseits des Atlantik bauten nach den Daten ihres Kursgewinne aus, die Kurse der Staatsanleihen gaben nach.

Optimistisch zur Entwicklung am Arbeitsmarkt ist der Einkaufsmanager-Organisation ISM zufolge auch die US-Industrie. Das Verarbeitende Gewerbe rechne in diesem Jahr mit einem Stellenwachstum um vier Prozent, teilte das Institute for Supply Management (ISM) mit. Die Manager des Verarbeitenden Gewerbes seien so optimistisch wie lange nicht.

Der auf der Befragung von rund 5000 Haushalten beruhende Verbrauchervertrauens-Index stieg auf 92,9 von revidiert 88,5 Punkten im März. Von Reuters befragte Analysten hatten dagegen im Schnitt einen Rückgang auf 88,0 Punkte erwartet. Der Index gilt als wichtiger Indikator für die künftige Entwicklung der Konsumausgaben, die rund zwei Drittel der US-Wirtschaftsleistung ausmachen.

US-Volkswirt: "Das sind gesunde Werte"

Zuletzt waren Sorgen aufgekommen, die zu Jahresbeginn weiter schleppende Erholung am Arbeitsmarkt könnte den Konsum und damit auch das Wirtschaftswachstum dämpfen. Im März waren allerdings erstmals seit Monaten wieder deutlich mehr Stellen geschaffen worden als erwartet.

"Der Prozentsatz der Verbraucher, die sagen, Arbeit sei schwer zu finden, ist jetzt auf dem tiefsten Stand seit November 2002, und eine gestiegene Zahl von Verbrauchern erwartet, dass sich dieser Trend fortsetzt", sagte Franco vom Conference Board. Der Index der gegenwärtigen Bedingungen stieg auf 90,6 (März 84,4) Punkte. Der Erwartungsindex legte auf 94,5 (Vormonat 91,3) Zähler zu.

"Das sind gesunde Werte, sowohl hinsichtlich der gegenwärtigen Bedingungen als auch der Erwartungen", sagte Volkswirt Mark Vitner von Wachovia Securities. "Alles bewegt sich in die richtige Richtung." Der Rückgang bei der Zahl derjenigen, die Arbeit als schwer zu finden bezeichneten, sei im Einklang mit dem Arbeitsmarktbericht für März.