US-Verbrauchervertrauen Tiefster Stand seit 1994
New York - Der Verbrauchervertrauen-Index des Forschungsinstituts Conference Board sank stärker als erwartet auf 85,5 Punkte. Im Vormonat hatte der Index bei 97,0 Punkten gelegen. Das teilte das Conference Board am Dienstag in New York mit.
Lynn Franco vom Conference Board verwies in einer Stellungnahme zu den Oktober-Daten darauf, dass die wirtschaftlichen Aussichten "zunehmend pessimistischer" würden und das Verbrauchervertrauen negativ beeinflussten. Die zahlreichen Entlassungs-Ankündigungen und die sich verschärfende Situation am Arbeitsmarkt ließen darüber hinaus nicht erwarten, dass sich das Klima rasch aufhellen werde.
Märkte reagieren geschockt
Der drastische Einbruch traf die Finanzmärkte unvorbereitet. Marktbeobachter hatten erwartet, dass der Index des Conference Boards lediglich leicht auf 95,6 Punkte zurückgehen würde. Der Dax durchbrach nach Bekanntgabe der Nachricht die psychologisch wichtige 4500-Punkte-Marke und lag 3,9 Prozent im Minus. Der europäische Leitindex Eurostoxx 50 fiel um 3,7 Prozent auf 3396 Punkte, das Londoner Börsenbarometer "Footsie" fiel unter 5000 Punkte.
Jobs zu finden wird schwieriger
Die Aussichten für den Arbeitsmarkt seien durchwachsen, so das Ergebnis der Umfrage des Conference Boards. Etwa 14 Prozent der Konsumenten erwarten den Angaben zufolge eine erhöhte Anzahl angebotener Jobs, während sich die Anzahl derer, die mit weniger Jobofferten rechnen, auf 28,9 von zuvor 22,5 Prozent erhöhte. Auch meinen im Oktober mehr Verbraucher, dass es schwieriger geworden sei, Arbeit zu finden. Lediglich 17,7 Prozent der Befragten glauben, dass ihre Einkommen steigen werden, nachdem sich im Vormonat noch 21,1 Prozent in dieser Hinsicht zuversichtlich gezeigt hatten.
Auch die Zahl der Verbraucher, die in den kommenden sechs Monaten eine Verschlechterung des Geschäftsumfelds erwarten, sei auf 20,3 (September: 15,8) Prozent gestiegen.
Weitere Zinssenkungen der Fed wahrscheinlich
Angesichts der dramatischen Verschlechterung des Konsumentenvertrauens dürfte auch die Bereitschaft der US-Notenbank Federal Reserve steigen, ihre aggressive Politik einer geldpolitischen Lockerung fortzusetzen. So halten Volkswirten eine neuerliche Zinssenkung um 50 Basispunkte noch vor Jahresende für immer wahrscheinlicher. Dies umso mehr, als Notenbankpräsident Alan Greenspan in den vergangenen Monaten vielfach darauf hingewiesen hatte, dass dem Vertrauen der Verbraucher gegenwärtig eine bedeutende Rolle für der Entwicklung der US-Wirtschaft zukomme.