US-Versicherer: AIG-Chef Liddy will zurücktreten - DER SPIEGEL
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US-Versicherer AIG-Chef Liddy will zurücktreten

Beim US-Versicherungsgiganten AIG zeichnet sich ein Wechsel an der Spitze ab: Konzernchef Edward Liddy hat seinen Rückzug angekündigt. AIG war durch die Finanzkrise in schwere Turbulenzen geraten. Eine Affäre um üppige Boni hatte dem Konzern zudem heftige Kritik eingebracht.
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New York - AIG   muss sich einen neuen Vorstandschef suchen: Bei der weitgehend verstaatlichten US-Assekuranz hat der zur Sanierung angetretene Top-Manager Edward Liddy seinen Rückzug angekündigt. Der 63-Jährige werde nur noch solange im Amt bleiben, bis ein Nachfolger gefunden sei, gab AIG am Donnerstagabend bekannt.

US-Finanzminister Timothy Geithner würdigte die Arbeit Liddys. Indem er der Bitte der US-Regierung gefolgt sei, habe er einen der anspruchsvollsten Jobs im aktuellen amerikanischen Finanzsystem übernommen. Damit habe er Pflichtbewusstsein und Patriotismus gezeigt, sagte Geithner. Als Gehalt erhielt Liddy bisher den symbolischen Betrag von einem Dollar im Jahr. Er verlässt das Unternehmen ohne Abfindung.

Die US-Notenbank hatte den schwer angeschlagenen AIG-Konzern im vergangenen Jahr stützen müssen. Bisher summieren sich die Finanzhilfen auf rund 180 Milliarden Dollar. Im Gegenzug erhielt der Staat knapp 80 Prozent der Anteile. AIG war in den USA in die Kritik geraten, weil der Konzern auch nach der Kapitalspritze aus Steuergeldern Managern hohe Bonuszahlungen bewilligte.

Liddy war im vergangenen September kurzfristig als Sanierer eingesprungen. Sein Rücktritt gilt als weiterer Schritt zu einer allmählichen Stabilisierung des ehemals weltgrößten Versicherers. "Es bleibt bei AIG noch viel zu tun", sagte Liddy laut der Mitteilung. "Aber viel ist auch schon erreicht worden."

Im vergangenen Jahr hatte AIG einen Rekordverlust von fast 100 Milliarden Dollar eingefahren. Auch im ersten Quartal dieses Jahres stand unter dem Strich erneut ein Minus von knapp 4,4 Milliarden Dollar. Derzeit trennt sich der Konzern von großen Geschäftsteilen, um die staatlichen Geldspritzen zurückzuzahlen.

Der Ausverkauf zieht sich aber länger hin als geplant. Zuletzt rechnete Liddy mit einem jahrelangen Sanierungsprozess. Weitere Finanzhilfen des Staates benötige AIG aber nicht, wenn sich die Wirtschaftslage nicht nochmals deutlich verschlechtere.

suc/dpa-AFX/Reuters