Nach Wahlsieg von Trump »Los Angeles Times« warnt vor dunkler und gefährlicher Zeit
Redaktionsgebäude der »Los Angeles Times«
Foto:Damian Dovarganes / AP
Das Editorial Board der US-amerikanischen Tageszeitung »Los Angeles Times« hat nach dem Sieg von Donald Trump mit einem Meinungsstück reagiert , in dem sie vor einer zweiten Amtszeit des Republikaners warnen.
»Heute müssen wir uns der harten Realität stellen, dass der Autoritarismus in den USA angekommen ist, dass er auf breiter Front beliebt ist und Millionen unserer Mitbürger ihm ihre Stimmen gegeben haben. Wir stehen vor einer dunklen und gefährlichen Zeit«, schreibt die Zeitung im traditionell demokratischen Bundesstaat Kalifornien. »In den kommenden vier Jahren wird das mächtigste Amt der Welt von einem verurteilten Verbrecher bekleidet werden, der in der Vergangenheit Gesetze und Normen missachtet hat – einem Narzissten.«
»Ernste Bedrohung für die Demokratie«
Das Meinungsteam betont, dass »viele von Trumps engsten ehemaligen Mitarbeitern« sich dazu geäußert haben, dass Trump für das Amt »ungeeignet« sei und eine »ernste Bedrohung für die Demokratie« darstelle. Seine Wahl ändere daran nichts: »Die Geschichte hat gezeigt, dass Diktatoren oft durch demokratische Mittel an die Macht kommen.«
»Aber wir stehen immer noch unter dem Schutz der Verfassungen der Bundesstaaten und des Landes, der Gerichte, der Rechtsstaatlichkeit, der freien Presse und der Demokratie – auch wenn sie wie nie bevor auf die Probe gestellt werden sollten«, erklärt das Redaktionsteam und gibt Hoffnung. »Wir haben Trumps turbulente erste Amtszeit überstanden, und wir werden auch die nächste überstehen.«
Ende Oktober wollte das Editorial Board der US-Traditionszeitung »Los Angeles Times« eine Empfehlung zur Wahl von Trump-Konkurrentin Kamala Harris aussprechen. Doch der Eigentümer der Zeitung, Patrick Soon-Shiong, blockierte die Pläne. Als Reaktion auf die Entscheidung hat eine Redakteurin die Zeitung verlassen. Mehr dazu lesen Sie hier.