US-Wirtschaft: Alles wartet auf den Aufschwung - DER SPIEGEL
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US-Wirtschaft Alles wartet auf den Aufschwung

Die Amerikaner treiben US-Wirtschaft mit ihrem privatem Konsum an. Im vierten Quartal des vergangenen Jahres konnten sie so den Rückgang der Gesamt-Wirtschaftsleistung abbremsen.
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Washington - Im Vorfeld der für Mittwoch anstehenden Veröffentlichung der ersten Schätzung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für diesen Zeitraum erwarten Analysten im Durchschnitt ein Minus von aufs Jahr gerechnet 1,0 Prozent. Im dritten Quartal war das US-BIP um 1,3 Prozent geschrumpft, im zweiten Quartal 2001 war noch ein dezenter Anstieg um 0,3 Prozent verzeichnet worden.

Damit ist die US-Wirtschaft nach herkömmlicher Definition seit zwei Quartalen in der Rezession, wenngleich das National Bureau of Economic Research (NBER) den offiziellen Beginn der US-Rezession in den März 2001 gelegt hat.

Der Abschwung in den USA hat nach Einschätzung viele Beobachter aber jetzt ein Ende; für das erste Halbjahr 2002 wird bereits wieder mit einer leichten konjunkturellen Aufwärtsbewegung gerechnet, die ab dem zweiten Halbjahr in einen kräftigen Aufschwung übergeht. So erwarten die Analysten von Merril Lynch für die zweite Hälfte 2002 ein Wirtschaftswachstum für das Gesamtjahr von rund fünf Prozent.

Stephen Lewis von Monument Derivatives betont vor allem den starken Konsum im vierten Quartal, der ein stärkeres Abrutschen des US-BIP verhindert hat. Seiner Einschätzung nach dürften die privaten Verbraucher im Schlussquartal 2001 ihre Ausgaben um aufs Jahr gerechnet 4,5 Prozent gesteigert haben, nachdem das entsprechende Wachstum im dritten Vierteljahr nur bei einem Prozent gelegen hatte. Zudem erwartet Lewis eine Zunahme des Staatsverbrauchs um 2,5 Prozent nach zuletzt plus 0,3 Prozent. Negative Einflüsse auf das BIP seien dagegen wieder von den Unternehmensinvestitionen (minus 4,5 Prozent nach minus 8,5 Prozent) gekommen, zudem hätten erneut stark rückläufige Lagerbestände das BIP gedämpft.

Die Analysten von Merrill Lynch, die wie Lewis ein BIP-Minus von einem Prozent erwarten, beziffern den Rückgang der Lagerbestände auf einen Rekordbetrag von 125 Milliarden Dollar - doppelt so hoch wie im Vorquartal. Damit dürfte das US-BIP unter Ausklammerung der Lagerbestände im vierten Quartal um etwa ein Prozent gewachsen sein, betonen die Analysten der Dresdner Bank (BIP-Prognose: minus 1,2 Prozent). Auf der anderen Seite habe diese Entwicklung aber auch ihr Gutes: Die Talsohle sei erreicht, danach könne eigentlich nur noch ein Aufschwung folgen.