US-Wirtschaft Buffett sieht die USA bereits in einer Rezession
New York - Nach gesundem Menschenverstand spricht laut US-Milliardär Warren Buffet alles für eine Rezession - auch wenn die Wirtschaft noch nicht in zwei aufeinander folgenden Quartalen geschrumpft ist, was traditionell eine Rezession kennzeichnet. In einem Interview mit dem Fernsehsender CNBC sagte Buffet, die Situation sei allerdings nicht mit den Zuständen von 1973 oder 1974 vergleichbar, als eine deutliche Abschwächung der Wirtschaft von steigenden Ölpreisen, einer noch höheren Inflation und fallenden Aktienkursen begleitet war.
Wie weit die Rezession fortschreiten werde, könne nicht vorhergesagt werden. Eine Umfrage der Nationalen Wirtschaftsvereinigung hatte ergeben, dass 45 Prozent aller Wirtschaftswissenschaftler davon ausgehen, dass den USA 2008 eine Rezession bevorsteht. Buffet zufolge wird sich die US-Wirtschaft auf lange Sicht jedoch erholen. "Mit einem gewissen zeitlichen Abstand werden meine Kinder besser leben als ich, auch wenn sie es mir nicht glauben", sagte Buffet CNBC.
Zugleich zog der US-Milliardär sein Angebot zurück, von den angeschlagenen Bondversicherern MBIA , Ambac Financial und FGIC die Kommunalanleihen in Höhe von 800 Milliarden Euro zu übernehmen. Die Versicherer hatten Buffetts Angebot allerdings ohnehin bereits abgelehnt.
Der Milliardär gilt als einer der erfahrensten Börsenspekulanten der USA. Mit einem Gespür für günstige, aber gleichzeitig zukunftsträchtige Aktien wurde der auch "Orakel aus Omaha" genannte Investor einer der reichsten Männer der Welt. Seit 1965 hat Buffett Berkshire Hathaway durch Zukäufe von einem Textilunternehmen zu einer Investmentholding mit Schwerpunkt Versicherungsgeschäft umgebaut. Im Dezember 2007 kam ein eigener Anleiheversicherer dazu.
Die Furcht vor einer Rezession und die hohen Preise für Energie, hatten heute die Börsen weltweit auf Talfahrt geschickt. In den USA werden in dieser Woche eine Reihe von Wirtschaftsdaten erwartet, von denen sich die Anleger Hinweise auf den Zustand der weltgrößten Volkswirtschaft erhoffen.
sil/dpa/Reuters