US-Wirtschaft "Das Geschäft stinkt"
New York - "Wir erleben einen sehr scharfen Gewinnrückgang, gefolgt von einer teilweisen Erholung", sagte William Dudley, Chefvolkswirt von Goldman Sachs. Gemeinsam mit anderen US-Konjunkturexperten rechnet er damit, dass die US-Unternehmen auch in den ersten drei Monaten des Jahres 2001 ihre Gewinnerwartungen zurückschrauben müssen.
Nach Ansicht vieler Unternehmenschefs in den USA wird sich die Konjunktur in der nächsten Zeit nicht erholen. "Das Geschäft stinkt momentan", sagte Yank Kim, Präsident des Räder- und Reifenfabrikanten United Case International, in einer Umfrage des "Wall Street Journal". Seit Oktober brachen die Gewinne seines Unternehmens zwischen 15 und 20 Prozent ein. Auch Boeing-Chef Phil Condit erwartet in naher Zukunft keine Besserung. Zu der Zinssenkung der Federal Reserve sagte er: "Es ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber sicher noch nicht die ganze Antwort."
Den anderen Teil der Antwort erhoffen sich die Unternehmer vom designierten US-Präsidenten George W. Bush. Nur wenn er die Steuer auch wirklich senkt, so ihre einhellige Meinung, wird das die Stimmung bei den Konsumenten aufhellen. Aber selbst in diesem Fall rechnen auch Optimisten nicht mit einem schnellen Umschwung, da Änderungen in der Steuerpolitik lange brauchen, bis sie sich im Geldbeutel der Verbraucher niederschlagen. "Ich glaube nicht, dass die Wirtschaft wieder Dampf bekommt, sagte Richard Syron, ehemaliger US-Notenbanker. "Die Zinssenkung legt aber ein paar Kissen auf die Landebahn."