US-Wirtschaft: Greenspan unterstützt Bush - DER SPIEGEL
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US-Wirtschaft Greenspan unterstützt Bush

US-Notenbankchef Alan Greenspan hat gesprochen: Das Vorhaben von George W. Bush, die Steuern zu senken, sei sinnvoll. Der Optimismus in der amerikanischen Wirtschaft verstärkt sich, der Euro dagegen geht auf Tauchstation.
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New York/Washington - Wann immer vorhersehbar ist, dass Alan Greenspan etwas Bedeutsames sagen könnte, halten Börsianer den Atem an. Der mächtigste Notenbankchef der Welt setzt die Signale, die über Wohl und Wehe der Aktienmärkte entscheiden. Nicht immer geht es allein um die Senkung oder Anhebung der Leitzinsen der Federal Reserve, kurz Fed. In manchen Fällen geht es vor allem um die Bemerkungen Grennspans zur momentanen Situation der US-Wirtschaft und zur Wirtschaftspolitik.

Bei dem Auftritt des Fed-Chefs vor dem US-Senat ging es vor allem um die Bewertung des Vorhabens von US-Präsident George W. Bush, ein großes Steuersenkungsprogramm zu starten. Zuvor war bezweifelt worden, ob Greenspan die Bush-Pläne gutheißen würde, in zehn Jahren rund 1,6 Billionen Dollar weniger an Steuern zu verlangen. Sinken die Steuereinnahmen, so die Befürchtung, dann könnte der Abbau der Staatsschulden nicht gelingen.

Dieser Sorge hat Greenspan in seiner Rede am Donnerstag eine klare Absage erteilt. Er sagte laut Redetext, dass es die momentane Situation erlaube, sowohl die Schulden abzubauen, als auch die Steuern zu senken. Besonders falls die US-Wirtschaft in eine Rezession rutsche, könne sich ein Einnahmeverzicht des Staates als nützlich erweisen. Dabei sei ein eher frühes Starten der Steuersenkungen besser als ein späteres, so Greenspan.Volkswirte werteten dies als weiteren Hinweis auf eine sanfte Landung der amerikanischen Wirtschaft.

Zur Lage der Wirtschaft sagte der Notenbankchef, so weit dies derzeit zu beurteilen sei, habe es eine deutliche Abschwächung gegeben und "wir sind jetzt in diesem Moment vielleicht fast bei null." Ob die Wirtschaft eine Rezession erlebe, hänge vom Vertrauen der Verbraucher ab. Er glaube nicht, dass dieses Vertrauen so beschädigt worden sei, um eine Rezession auszulösen, sagte Greenspan.

Im Zuge einer solchen optimistischeren Einschätzung ist der Euro am Donnerstag auf ein Monatstief zum Dollar gefallen. Die Investoren bezweifelten derzeit, ob das Wirtschaftswachstum in der Euro-Zone wirklich das Wachstum in der USA übertreffen werde, und verkauften die Gemeinschaftswährung, hieß es am Markt. Der Euro notierte am Nachmittag deutlich unter 92 US-Cent.