US-Wirtschaft Kerrys Kampf gegen die Job-Verräter
Der Kandidat hat eine Parole, die er bei fast jedem seiner unzähligen Wahlkampfauftritte ausgibt. Er beschimpft Unternehmenschefs, die einen Teil der Arbeitsplätze ins Ausland verlagern, als "Benedict Arnold CEOs". Der Offizier Arnold - Amerikas berühmtester Vaterlandsverräter - war 1780 für einen sicheren Job als Offizier zum Feind übergelaufen und bekämpfte daraufhin die eigenen Truppen.
US-Präsident George W. Bush, so der Vorwurf Kerrys, belohne diese schrecklichen CEOs auch noch für deren unpatriotisches Werk. Immer wieder hält er Bush dessen lausige Arbeitsmarktbilanz vor: "Der Präsident versprach, dass seine Steuererleichterungen vier Millionen neue Jobs schaffen würden - bisher liegt er rund sieben Millionen unter Plan", lästerte Kerry bei einem Auftritt vor dem AFL-CIO, dem Dachverband der US-Gewerkschaften. Die Funktionäre applaudierten begeistert.
Kürzlich brachte Kerry in seiner Eigenschaft als Senator von Massachusetts einen nationalen Gesetzentwurf ein, wonach jeder Mitarbeiter eines Call Centers dazu verpflichtet werden soll, am Anfang des Gespräches sein Herkunftsland zu nennen. Und natürlich unterstützt er das "Jobs for America"-Gesetz, mit dem die Demokraten alle US-Firmen öffentlich anprangern wollen, die mehr als 15 Arbeitsplätze ins Ausland verschieben.
Wenngleich solch patriotische Rezepte in Wahlkampfzeiten gut ankommen mögen, sie werden kaum zu einer Verbesserung der Situation auf dem US-Arbeitsmarkt führen. Die Gründe der momentanen Job-Knappheit liegen ganz woanders.
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