US-Wirtschaft Volldampf voraus
Washington - Wie das Handelsministerium am Donnerstag mitteilte, erhöhte sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesem Zeitraum aufs Jahr hochgerechnet um 2,0 Prozent. Analysten hatten vor dem Hintergrund zahlreicher schwacher Indikatoren anfangs mit einem BIP-Wachstum von lediglich 1,0 Prozent gerechnet, zuletzt waren die Prognosen allerdings noch auf durchschnittlich 1,3 Prozent korrigiert worden. Im letzten Quartal des Vorjahres hatte sich der Anstieg des BIP auf ein Prozent belaufen.
Die erfreulichen Quartalszahlen werden allerdings von neuen Inflationssorgen getrübt. Der als Maßstab für die Geldentwertung verwendete "PCE-Deflator" wurde für das erste Quartal mit einem Anstieg von 3,3 Prozent gemeldet. Die Erwartungen hatten hier im Durchschnitt bei 3,0 Prozent gelegen.
Als Ursache für diese Entwicklung verweist John Youngdahl von Goldman Sachs auf den in den vergangenen Monaten verzeichneten Preisanstieg für Dienstleistungen sowie einige Energieträger (insbesondere Strom und Erdgas). Darüber hinaus habe es auch im Bausektor eine Beschleunigung der Preisdynamik gegeben. Er selbst erwartet für den BIP-Deflator aufs Jahr hochgerechnet 3,1 Prozent.
Zu Jahresbeginn noch hatte der Chef der US-Notenbank, Alan Greenspan, ein Wachstum des US-Bruttoinlandprodukts für das erste Quartal von nahe null prognostiziert. Sogar die Möglichkeit eines leichten Rückgangs hatte er nicht ausschließen wollen.
Als Begründung für die überraschende Wendung nennen Analysten vor allem den unerwartet robusten privaten Konsum während des Quartals und die deutliche Verbesserung der Leistungsbilanz, die den einen oder anderen Zehntel Prozentpunkt an Wachstum gebracht hat. Negative BIP-Impulse gingen dagegen von der anhaltenden Investitionsschwäche aus.
Dass dies allerdings bereits der Abgesang an die vielerorts prognostizierte Rezession sein soll, halten die meisten Analysten für eine verfrühtes Urteil. Vielmehr scheint es wahrscheinlich, dass sich eine ausgeprägte Konjunkturschwäche erst ab dem zweiten Quartal zeigen wird. So rechnet zum Beispiel Cary Leahey von der Deutschen Bank in New York für das laufende Quartal mit einem BIP-Rückgang von 0,5 Prozent. Konjunkturskeptiker verweisen vor allem auf sinkende Konsumausgaben infolge der steigenden Arbeitslosigkeit; außerdem würde die schwächelnde Weltkonjunktur auf das Wachstum bei den Ausfuhren drücken.